1. April-Scherze und die traurige Wahrheit für Pfaffhausen

von Jarka & Nino Locantore, Pfaffhausen

Die Ankündigung zur Eröffnung von unserem “DORFLADEN-TREFFPUNKT Locantore” in Pfaffhausen ist leider ein 1. Aprilscherz – geblieben. Denn Scherze dieser Art sind wir uns auch vom Gemeinderat gewohnt. Weder lustig noch sogenannt “bürgernah” – dafür umso teurer für den Steuerzahler und leider typisch für Fällanden. Tendenz zunehmend!

Kein Scherz und die lange, traurige Wahrheit jedoch ist, dass wir uns mit dem auf “Inside Fällanden” vorgestellten Konzept (siehe auch unseren Beitrag vom 1. April 2022) für einen “DORFLADEN TREFFPUNKT Locantore” bereits im Juli 2018 beim Gemeinderat beworben haben. Als Unternehmer-Ehepaar, vollständig selbstfinanziert, mit dem nötigen Know-how und vor allem mit Praxis-Nachweis im Detailhandel. Klein aber fein – mit einem gut assortierten Angebot an regionalen Produkten für den täglichen Bedarf, frischen Backwaren und Milchprodukten, Comestibles-Spezialitäten und attraktiven Öffnungszeiten mit dem ersten Gipfel und Coffee-to-go – täglich ab 07:00 Uhr.

UNSER KONZEPT FÜR EINEN “DORFLADEN-TREFFPUNKT Locantore” in PFAFFHAUSEN

Im gemütlich eingerichteten Wintergarten sollten Sie zudem von uns an Bistrotischen mit erstklassigem Kaffee, Tee und Köstlichkeiten aus dem Laden verwöhnt werden. Wir können “unverpackt”. Und “Inklusion” ist für uns nicht nur eine leere, praxisfremde akademische Worthülse – zudem hätten wir einen Lieferdienst frei Haus angeboten! Und mehr als nur ein “Dorfladen-Treffpunkt” mit Poststelle. Ein Begegnungsort mit jahreszeitlichen Anlässen für Gross und Klein, als Einladung zum Mitmachen und Teilhaben aber ohne jegliche Verpflichtung für die Bevölkerung.

Unsere Bewerbung vom Juli 2018 wurde telefonisch im November 2018 vom Gemeinderat mit der Begründung, es sei bereits ein umsetzbares Projekt vorhanden, nicht berücksichtigt. Wie wir alle wissen, stimmt das bis heute nicht. Als Bewerber wurden wir nicht berücksichtigt, aber unser Konzept wurde klangheimlich kopiert oder direkter formuliert: geklaut. Und Ihnen dann aber als miserable und – wen wunderts – nach “Fällander Standard” nur durch Steuergelder kostspielig zu finanzierender Kopie an der Gemeindeversammlung im Juli 2020 vom Gemeinderat, mit der eigens dazu noch kurzfristig mit 17 Interessierten gegründeten Genossenschaft im Schlepptau, vorgestellt – bis heute nicht umsetzbar. Man könnte auch sagen, wir alle wurden belogen, aber die involvierten Damen und Herren vom Gemeinderat und die heutige Präsidentin der Genossenschaft wollten keinen Gesichtsverlust hinnehmen.

DIE VORZUGSBEHANDLUNG DER GENOSSENSCHAFT MIT ADRESSWEITERGABE

Die Abstimmung wurde vom Bezirksrat wegen Unrechtmässigkeiten im Dezember 2020 dann auch kassiert und für ungültig erklärt. Die Abstimmungsunterlagen vom Juli 2020 wurden dem Stimmbürger bewusst mit falschen Angaben präsentiert. Nichts hatte gestimmt. Allen involvierten Personen darf, ja muss es, als bekannt gewesen, vorausgesetzt werden und wenn nicht, haben mindestens zwei Gemeinderäte ihre Sorgfaltspflicht in ihrer Amtsführung massiv verletzt. Die Befangenheit, ja die ganz direkte und massgebliche Beteiligung von den zwei direkt involvierten Gemeinderäten, und das unverfrorene Vorgehen dazu mit Vorzugsbehandlung der Genossenschaft – dazu fehlen die Worte. An der Gemeindeversammlung vom Juli 2020 haben Gemeinderat P. A. Schärer und die Präsidentin der Genossenschaft dem Stimmbürger bewusst wesentliche Sachverhalte verschwiegen, ja man muss sagen, dadurch dem Stimmbürger die Unwahrheit präsentiert – weil man unbedingt das Budget wollte – und vor allem brauchte. Weder waren die für das “Projekt” zwingende Mitwirkung mit Unterstützungsverein vorhanden, noch war auch nur ansatzweise das erwähnte Kapital vorhanden. Wie auch. Für die Genossenschaft mit ihrem “Projekt” haben sich – von den ursprünglich ca. 250 an einem Dorfladen Interessierten – gerade einmal 17 Mitglieder erwärmen können – inkl. der beiden Gemeinderäte, wovon noch heute eine Gemeinderätin im Vorstand aktiv ist. Es gab aber auch wieder Austritte. Ausser den engsten Vertrauten rund um die Präsidentin vom Vorstand glaubt niemand mit Praxis-Verstand und Sachkenntnis noch, dass aus diesem Projekt etwas mehr werden kann, als eine teuer fremdfinanzierte, akademische Worthülse. Und sollten dazu die “Behinderten” mit dem “Inklusionsgedanken” mobilisiert werden müssen, nur damit mit Steuergeldern u. a. eine neue WC-Anlage in die Sanierung vom Lokal einfliessen kann? Vieles lernt man nicht im Hörsaal sondern in der Praxis. Das merkt man diesem “Projekt” an. Aber wie man Crowdfounding macht und sich fremd-finanzieren lässt, das scheint hoch im Kurs bei dieser akademischen Elite im Vorstand der Genossenschaft. Bisher ging es auch mit der bestehenden WC-Anlage und es wäre nicht bekannt, dass sich “Behinderte” darüber beschwert hätten. Aber im Dozenten-Hörsaal machen sich solche Fremdwörter wie “Inklusion” gut. Auch der Gemeinderat mag solche Begriffe. Ob es in der Praxis wirklich immer sinnvoll ist, sollte doch zumindest hinterfragt werden dürfen. Zumal der Gemeinderat auch befunden hatte, in Pfaffhausen würden die Alterswohnungen “nicht rentieren” – also sind die Rollstühle wohl heute in Fällanden zu suchen.

Es hinderte den Gemeindepräsidenten nicht, am Grundsatz festzuhalten, dass die Vorlage zu diesem “Projekt” ja vom Stimmbürger im Juli 2020 angenommen worden sei und man sich daher bestärkt sehe, daran festzuhalten. Weiss man aber, dass nicht unwesentlich die irreführende und unwahre Abstimmungsvorlage den Stimmbürger erstens absichtlich getäuscht hatte, gerät diese Bestärkung doch deutlich ins Wanken. Kommt hinzu, dass vom Vorstand der Genossenschaft an der Gründungsversammlung vom 24. Juni 2020 massiv für den Stimmenfang mobilisiert wurde, vermutlich über 100 Stimmen sind so zustande gekommen. Aber für die zwingend vorausgesetzte Mitwirkung für das Projekt hatte es dann doch nicht gereicht. Nein, nach erfolgter Abstimmung verliessen dann die über 100 Stimmenden den Saal. Das Ziel war erreicht. Das Budget von 490’000.- – max. 612’000.- glaubte man im Sack und somit waren auch Wareneinkauf und Löhne für die Genossenschaft gesichert. Ja, so ist das. Da reibt sich so mancher Unternehmer wohl die Augen. Und auch der Steuerzahler. Denn, in Pfaffhausen reicht das Interesse nicht einmal für einen Ortsverein.

Das vermeintliche “Ja” zu dieser Vorlage an der Gemeindeversammlung vom Juli 2020 also als Willen vom Souverän zu verkaufen, ist doch recht sportlich. Daran festzuhalten eine Farce! Sie dem Stimmbürger am 24. November 2021 mit einem “Finanzierungs-Bubentrickli” erneut unterzujubeln, eine Frechheit. Denkt man an die knappe Präsentation der Folie dazu durch Gemeinderat T. Bürki, stockt einem das Blut in den Adern. Oder wurde Ihnen vielleicht an diesem Abend das nun anscheinend durch die Genossenschaft ausreichend finanziert und umsetzbar eingereichte Konzept mit Businessplan persönlich vorgestellt, welche den Gemeinderat zu diesem Entschluss der Vergabe führte? Nein! Wieso wohl? Die peinliche Antwort findet sich von alleine.

Dem couragierten und hervorragenden RPK-Präsidenten Daniel Lienhard und all den verdankenswerten Votanten, die sich gegen die Vergabe mit Budget zu Gunsten der Genossenschaft ausgesprochen hatten, sei an dieser Stelle ein grosses Dankeschön ausgesprochen!

Auch die Staatsanwaltschaft wurde in diesem Dossier gleich zweimal bemüht. Ein Strafverfahren wegen missbräuchlicher Verwendung von Adressmaterial aus dem Ressort von P. A. Schärer mit Vorzugsbehandlung der Genossenschaft ist noch hängig. Haben wir etwa Zugang zu diesen Adressen gehabt? Nein! Wurden Sie jemals darüber informiert, welche Konzepte, wann, von welchen Bewerbern eingereicht worden sind? Nein, es blieb bei der “formal-transparenten” Vorgehensweise, sprich, es war von Anfang an klar – siehe dazu alle bisherigen Medienmitteilungen etc. – dass die Genossenschaft im Rennen bleiben musste! Bewerbungen transparent, nach gleichen Vorgaben und auch nicht zuletzt nach Eingangsdatum zu prüfen, geht anders. Wir wissen es. Ein dritter, ebenfalls professionell, selbstfinanzierter Bewerber aus Pfaffhausen, welcher sich im Rahmen dieser “formal-transparenten” Ausschreibung im Mai 2021 bei der Gemeinde bewerben wollte, wurde gleich zum Vornherein abgewimmelt mit der Begründung, man brauche keine weiteren Bewerbungen mehr! Spannend!

NEUE DOSSIER-ZUSTÄNDIGKEIT MIT ERSTER GLORREICHER AMTSHANDLUNG

Ab Januar 2021 übernahm dann Gemeinderat T. Bürki von P. A. Schärer, wegen dessen Befangenheit, das “Dossier Ladencafé”. Seine erste glorreiche Amtshandlung bestand darin, im Glattaler vom 1. April 2021 zu behaupten, er habe von diesem Gerücht dieser Bewerbung vom Juli 2018 gehört. Wohlverstanden, ohne uns persönlich kontaktiert zu haben. Dossierkenntnis und Bürgernähe geht anders. Und dies, obschon wir am 18. Dezember 2020 einen Rückkommensantrag auf unsere Bewerbung vom Juli 2018 beim Gemeinderat eingereicht hatten. Es reichte diesmal immerhin für eine schriftliche Empfangsbestätigung am 23. Dezember 2020. Dabei blieb es dann auch – bis auf den mehr als befremdlichen “1. April-Scherz” vom Gemeinderat!

Gemeinderat T. Bürki und Gemeindepräsident T. Diener hatten es sich in den letzten zwei Jahren zur Chefsache erklärt, “formal-transparent” wenigstens den Eindruck zu vermitteln, es würden alle Bewerber gleichbehandelt. Davon kann keine Rede sein. Die Genossenschaft, mit der Nähe zum Gemeinderat, wurde eindeutig von Anfang an privilegiert behandelt. Im April 2021 wurde uns zwar bei einer Begehung vor Ort vordergründig und immer nur mündlich von höchster Stelle vorgespielt und Hoffnung auf eine Vermietung mit Eröffnung im Herbst 2021 gemacht. “Niemand wolle diese “Körnlipicker”-Genossenschaft”. Man informierte uns ebenfalls von höchster Stelle, dass wir uns um eine Zusage nicht sorgen müssten, die Ausschreibung im Glattaler im Mai 2021 müsse aus rein formellen Gründen noch erfolgen. Entsprechend war auch die Ausschreibung zwischen Todes- und Sexanzeigen ohne nennenswerte Angaben zum Lokal. Aber es änderte nichts am Umstand, dass wir – und Dritte – als eigenständige Bewerber von Anfang an keine Chance hatten. Sei es, dass der Gemeinderat unsere Bewerbung “verschwinden” liess, sei es, dass er sie als “Gerücht” in der Presse bezeichnete oder sei es, dass die Personen aus dem heutigen Vorstand verlauten liessen, wir wären ins Ausland gezogen und unsere Bewerbung würde daher wegfallen. Es durfte uns als Bewerber nicht geben – lediglich als “Zudiener” und billige Arbeitskraft mit dem dringend benötigten Know-How zur Führung eines Ladens. Und weil man bis heute anscheinend weder eine geeignete Person gefunden hat, noch das nötige Kapital zur Entlöhnung aufbringen kann, wird es wohl oder übel pro Forma bei ein paar Behältern mit Puff-Reis bleiben. Damit man die Finanzierung dennoch rechtfertigen kann, wird daraus dann ein Quartiertreffpunkt gemacht. Für den sich niemand interessiert. Egal. Es muss einfach sein, weil Benglen hat einen und Fällanden dank privater Initiative und Finanzierung auch. Warum das so ist und wie die Entstehungsgeschichte mit dem nötigen, echten Interesse und vor allem praktischen und finanziellem Engagement aus der Bevölkerung ist, das kann vom Gemeinderat gerne unerwähnt bleiben und verschwiegen werden.

Eigeninitiative und echtes Interesse werden mit solchem Handeln durch den Gemeinderat im Keim erstickt. Dafür Bedürfnisse künstlich geschaffen, mit Steuergeldern finanziert. Weder liberal, bürgernah noch eigenverantwortliches Handeln aus der Bevölkerung fördernd!

Es bestätigte sich dann in einem widerlichen Showdown an einer letzten Sitzung am 13.11.2021 im Sitzungszimmer der Gemeinde mit dem Vorstand der Genossenschaft inkl. Maia Ernst, dass wir nur als billige Arbeitskraft mit unserem Know-how für die Genossenschaft den Joggeli spielen sollten. Ausser Bettelbriefen vom Vorstand rund um Gemeinderätin Maia Ernst mit Präsidentin E. Ziegler bis heute kein Leistungsausweis dieser Damen – aber das Lokal haben sie dennoch bar jeglicher Grundlage und ohne genügend Interesse aus der Bevölkerung zugesichert erhalten!

Was wir hier als Bewerber und Bürger von Fällanden vom Gemeinderat in den letzten bald vier Jahren erleben mussten, geht auf keine Kuhhaut. Jeder private Vermieter hätte uns das Lokal längstens vermietet und sich eine solche Hinhaltetaktik keinesfalls leisten wollen oder besser gesagt, leisten können – immerhin gegen CHF 120’000.- Mietzinsausfall in den letzten vier Jahren seit Lehrstand! Und die beiden Damen als Initiantinnen vom Vorstand der Genossenschaft, Gemeinderätin Maia Ernst und die Präsidentin Elisabeth Ziegler, haben ausser gestelzten Dozenten-Fremdwörtern wie “Inklusionsgedanken” und Bettelbriefen an Praxis nichts zu bieten. Die beiden Damen haben sich in jeder Hinsicht verkalkuliert, bis heute. Allen ist das bewusst. Und dennoch war von Anfang an klar, dass die Genossenschaft, oder sagen wir lieber, diese beiden Damen, vom Gemeinderat als Bewerber bevorzugt behandelt wurden. Wir wurden bis auf die Unterhosen durchleuchtet, von uns wollte man alles wissen und das war noch nicht genug. Bei der Genossenschaft war man nicht ansatzweise gleich kritisch. Wieso auch! Es ging gar nie darum, andere Bewerber ernsthaft zu prüfen. Wir und Dritte wissen es. Vom Gemeinderat verschwiegen. Lesen sie die traurige Chronologie dazu:

UNSERE BEWERBUNG ZUM ERSTEN

Wir mussten uns sage und schreibe dreimal beim Gemeinderat bewerben: Erste Bewerbung schon vom 16. Juli 2018 – telefonische Absage im November 2018, weil schon ein umsetzbares “Projekt” bestehen würde. Was ja, wie wir alle im Dezember 2020, zweieinhalb Jahre später erfahren mussten, nicht zutraf – und bis heute nicht zutrifft. Der Gemeinderat und die eigens dazu gegründete Genossenschaft tischten Ihnen mit ihrem sogenannten “Projekt”, das angeblich seit November 2018 bestanden haben soll, bereits an der Gemeindeversammlung im Juli 2020 nur eine billige Kopie von unserem Konzept auf, das man Ihnen deshalb sehr teuer andrehen wollte. Eine Frechheit uns, aber auch Ihnen gegenüber. Zum Glück wurde Rekurs eingelegt mit dem Resultat, dass dieses “Projekt” vom Bezirksrat vollständig für ungültig erklärt, kassiert wurde.

Es war nämlich unser Konzept, dass der Dorfladen auch wieder vermehrt Treffpunkt werden sollte. Im Wintergarten hätten wir Ihnen an zwei, drei Bistrotischen besten Kaffee- und Tee, mit täglich frischem Gebäck angeboten, inkl. einer Auswahl an Tageszeitungen, einem Schachbrett, Spielkarten usw. Auch ein jahreszeitliches Angebot an Anlässen, wie z. B. einer Frühlingsblumenbörse, einem Sommerkonzert, einem Erntedankfest und dem Samichlaustag für die Jüngsten. Bei all den Anlässen wären Sie oder ein erst noch neu zu gründender Ortsverein Pfaffhausen herzlich zum Mitwirken und Einbringen von Ideen, nach Lust und Laune, eingeladen gewesen. Selbstgemachte Konfitüre, Kuchen, Eingemachtes etc. und die Rezepte dazu auszutauschen, Begegnung und Vernetzung, auch zur Nachbarschaftshilfe, all das wäre an den zahlreich von uns geplanten Anlässen für die Bevölkerung aus der Bevölkerung möglich gewesen. Der Gemeinderat hat mit seiner speziellen und ziemlich seltsamen Verflechtung zur Genossenschaft und derer eindeutigen Bevorzugung, welche bis heute unbeirrt besteht, diese unsere Idee schlicht für sich in Anspruch genommen und uns als Bewerber regelrecht ausgebootet. Wir wären seit Juli 2018 als Unternehmer auf eigenes Risiko völlig selbstfinanziert startklar – gewesen. Ein Dorfladen mit allem, was man täglich braucht – vorwiegend regional, saisonal, täglich frisch, auch in Bio- und Demeter-Qualität, im Offenangebot, ökologisch und unverpackt wo immer möglich, jahreszeitliche Monatsangebote mit Schweizer Spezialitäten, Lieferdienst frei Haus, DHL-UPS- und Poststelle. Klein aber fein, mit dem von uns sichergestellten, und mit dem gerade für eine Poststelle vorausgesetzten Know-how im Detailhandel, zuverlässig, persönlich und täglich von früh bis spät, für Sie mit einem herzlichen Lächeln da. Das war unsere Bewerbung – siehe unser Beitrag vom 1. April 2022 dazu.

UNSERE BEWERBUNG ZUM ZWEITEN

Am 18. Dezember 2020 haben wir uns – nach Bekanntwerden der Bruchlandung vom Gemeinderat und “seiner” Genossenschaft – daher ein zweites Mal, im Sinne eines Rückkommensantrages, beworben. Immerhin erhielten wir diesmal am 23. Dezember 2020 eine schriftliche Empfangsbestätigung. Dann geschah wieder gar nichts – ausser, dass unsere Bewerbung von Gemeinderat Bürki im Glattaler vom 1. April 2021 als Gerücht bezeichnet wurde und man erst einmal bis mindestens 2022 keine Zeit im Gemeinderat habe, sich mit der Vermietung zu befassen. Keine Zeit haben und Zeit gewinnen wollen, für eine Genossenschaft, die es nicht auf die Reihe kriegt, beides untragbar(!). Und wir alle wissen heute, warum.

Dann kam etwas Bewegung in die Geschichte, aber nur, weil einige Pfaffhauser sich beim Gemeinderat auf die Glattaler-Ente vom 1. April 2021 empört und entschieden mit einer Unterschriftensammlung für uns und eine umgehende Vermietung einsetzen wollten. An dieser Stelle möchten wir uns auch dafür bei Ihnen nochmals herzlich bedanken.

HOFFNUNG WURDE UNS PROMINENT UND KOLLEGIAL VON HÖCHSTER STELLE GEMACHT

Im April 2021 fanden dann zwei Besprechungen mit der Gemeinde betreffend Vermietung an uns statt. Schriftlich erhielten wir wieder nichts. Hoffnung wurde uns mündlich aber reichlich gemacht. Auch und insbesondere vom Gemeindepräsidenten, der in “Entlastung” von Gemeinderat Bürki und “Umgehung” seiner schriftlichen Antwort zu einer Terminvereinbarung mit Begleitung für uns, wie von uns schriftlich gewünscht, die Vergabe kurzerhand zur Chefsache erklärt hatte. Am Donnerstagnachmittag, den 15. April 2021, zeigte der Gemeindepräsident uns das Lokal ganz spontan und jovial, ja gar schon kollegial anmutend. Unser Konzept gefalle sehr gut und nach den Sommerferien sollte endlich gestartet werden können, man wolle nun schnell entscheiden, keine Zeit mehr verlieren, müsse dazu aber noch neue WC-Anlagen einbauen, da bisher nicht vorhanden. Ein richtiger Muntermacher, unser Gemeindepräsident.

Nur ein paar Stunden später und nicht wenig erstaunt, durften wir dann im Glattaler vom Freitag, den 16. April 2021 lesen, dass der Gemeinderat das Lokal für eine Zwischennutzung erst einmal für 10’000.- pinselsanieren werde, inkl. WC im Untergeschoss und provisorischer Trennwand zum ehemaligen Lager- und Kühlraum. Aha, also WC vorhanden, hat ja auch für den Vormieter gereicht. Und wieso übrigens nur provisorische Trennwand, wenn doch in den Unterlagen im Rahmen vom “Ausschreibungsverfahren” dieser Lager- und Kühlraum explizit nicht mehr zum Angebot gehört? Also nichts mit Starten nach den Sommerferien!

TRANSPARENZ UND BÜRGERNÄHE NACH FÄLLANDER VERSTÄNDNIS

Nach diesem erneuten “Meisterstückchen” in In-Transparenz und “bürgernaher Kommunikation” vom Gemeinderat, zogen wir unsere Bewerbung als aussichtslos gleichentags, am 16. April 2021, zurück. Es verging aber keine Woche, da kam der Gemeinderat auf uns zurück, die Bewerbung bitte nicht zurückzuziehen, man brauche uns – wir wissen heute, wozu man uns “miss”-brauchen wollte. Nämlich ganz nach der Vorstellung der Genossenschaft, lediglich als Geschäftsführer vom Dorfladen, billig und praktisch aus Pfaffhausen, ganz in der Nähe vom Laden wohnhaft und vor allem, mit dem so dringend benötigten Know-how zur Ladenführung für die Genossenschaft den Part zu übernehmen, für den sie bislang keine finanzierbare Lösung hatten – und bis heute nicht haben. Nun dürfen es die Senior*Innen richten. Viel Erfolg!

Am 24. April 2021 fand dann also für uns eine Begehung im Ladenkokal mit Gemeinderat Bürki statt. Er notierte, wie wir den Laden einrichten würden. Wollte von uns Angaben, welches Angebot/Produkte, welche Öffnungszeiten, welches Angebot ausserhalb der Öffnungszeiten, welche Lieferanten, Mieterausbau durch uns. Unser einziger Wunsch zulasten der Gemeinde war die ergänzende Installation von einem Doppelwasserhahn für eine Geschirrspülmaschine. Herr Bürki hielt in seiner Aktennotiz fest, “Locantores würden als Mieter des Ladens auftreten – ja, weshalb denn nur auftreten? – und im Wintergarten wäre eine Zusammenarbeit mit der Genossenschaft denkbar – Vermietung für Anlässe”. Wie auch immer. Wir fassten also wieder Zuversicht, dass wir unser Konzept nun doch nach den Sommerferien 2021, wie vom Gemeindepräsidenten in Aussicht gestellt, als neue Mieter umsetzen konnten. Mit Mail vom 28. April 2021 erhielten wir von Gemeinderat Bürki bestätigt, dass unsere Anregung für einen Doppelwassehan ins Protokoll aufgenommen werde.

DIE REIN “FORMAL-TRANSPARENTE” ÖFFENTLICHE AUSSCHREIBUNG VOM LADENLOKAL – UNSERE BEWERBUNG ZUM DRITTEN

So weit so gut. Aber noch nicht genug: Gemeinderat Bürki verlangte von uns dann im Mai 2021, anlässlich der öffentlichen Ausschreibung im Glattaler, die Bewerbung erneut einzureichen, also ein drittes Mal. Dies, obwohl wir an seine und die Adresse vom Gemeindepräsidenten inkl. Gemeindeschreiberin am 12. April 2021, zusätzlich zu den beiden bereits eingereichten Bewerbungen von Juli 2018 und Dezember 2020, noch eine anschauliche Dokumentation zu unserem Ladenkonzept nachgereicht hatten. Gemeinderat Bürki meinte, wir sollten uns deshalb keine Sorgen machen, diese Ausschreibung mindere unsere Aussicht auf die Zusage keinesfalls und erfolge lediglich aus “formal-transparenten Gründen”. Aha. Diese dritte Bewerbung sollte also für das rein “formal-transparente” Ausschreibungsverfahren dienen. Wieso? Sollten unsere beiden früheren Bewerbungen vom Juli 2018, resp. Dezember 2020 erneut in der Schublade verschwinden und im Glattaler als Gerücht bezeichnet werden können? Nach dieser Aussage von Gemeinderat Bürki sollte es demnach nur den Anschein einer öffentlichen Ausschreibung machen. Einer Ausschreibung unter dem Titel “Dorfladen und Quartiertreffpunkt”. Im Glattaler zwischen Sex- und Todesanzeigen? Welcher Aussenstehende sollte sich auf ein solches “Inserat” melden? Und falls er dann auch noch die Unterlagen dazu von der Gemeinde einverlangt hätte, spätestens dann hätte er realisieren müssen, dass die Gemeinde im Glattaler lediglich ein Dauer-Abonnment für 1. April-Scherze hat.

DER VERLANGTE FINANZPLAN UND DIE FEHLENDEN ANGABEN VON DER GEMEINDE

Dennoch, das Theater ging weiter. Ihnen und uns wurde vorgemacht, es würde in die nächste Runde vom “echten Auswahlverfahren” gehen. Gemeinderat Bürki verlangte von uns, wir sollten auch noch einen “Finanzplan” einreichen. Einen Finanzplan? Von der Gemeinde erhielten wir aber weder Angaben, was sie als Vermieterin darunter versteht, noch mit welchem Mietzins wir zu kalkulieren hätten. Wir haben dann als Bewerber(!) selber eine Annahme treffen müssen, basierend auf den Zahlen vom Vormieter und aufgrund von Angaben, die der Bauvorstand P. A. Schärer für die Genossenschaft am 24. Juni 2020 ausgerechnet hatte. Als Richtwert setzten wir daher nach diesen Angaben von P. A. Schärer CHF 1’200.- netto monatlich für die Miete und – realistischerweise CHF 1’500.- monatlich, gemäss Angaben Vormieter, für Nebenkosten ein. Also kalkulierten wir in unserer “Finanzplan”-Aufstellung mit einem Brutto-Mietzins von monatlich CHF 2’700.-.

DER BRETTERVERSCHLAG FÜR CHF 800.- / DAS LADENLOKAL FÜR CHF 700.-
VERRÜCKTE WELT!

Einzige Angabe, die wir vom Gemeinderat gemäss Aktennotiz vom 24. April 2021 erhielten, dass der Bretterverschlag hinter der Liegenschaft als Nebenraum/Lager im Mietzins vom Ladenlokal inbegriffen sei. Und von diesem Bretterverschlag wissen wir aufgrund einer Anfrage durch einen wachen Bürger, dass die Gemeinde dafür CHF 800.- monatlich derzeit für die Einlagerung der Ladengestelle “verlangt”, resp. in seiner Buchhaltung “verrechnet”, wo auch immer. Also für die eigentliche Ladenfläche wird die Genossenschaft – wie wir vom Gemeindepräsidenten an der Gemeindeversammlung vom 24. November 2021 erfahren durften – bei einem monatlichen Mietzins von CHF 1’500.-, somit lediglich CHF 700.-, also CHF 100.- weniger als für den Bretterverschlag bezahlen müssen. Verrückte Welt! Und ob diese CHF 1’500.- für die Genossenschaft mit oder ohne Nebenkosten sein werden, wir werden es wohl “formal-transparent” nie erfahren. Aber gut, haben wir darüber geredet. Ein Mietzins von CHF 1’500.- für die Genossenschaft – wohlverstanden nach Investitionen durch die Gemeinde von budgetierten CHF 200’000.- (mit Buben-Trickli-Fianzierung und vermutlich nicht die letzte Zahl in dieser Angelegenheit). Armer Vormieter, dem jahrelang ohne diese Investitionen CHF 2’200.- netto von der Gemeinde für die reine Ladenfläche von ca. 140m2 abgeknöpft worden waren (exklusiv horrende Nebenkosten für Kühlung/Heizung, ohne Mietkosten Lager- und Kühlraum im Nebengebäude – total durchschnittlich CHF 3’600.- monatlich). Die richtigen Beziehungen zum Gemeinderat muss man halt haben.

In der Regel wird von einem Mietinteressenten betreffend “Finanzen” lediglich der Nachweis verlangt, dass er genügend Sicherheiten, nämlich zur Absicherung vom Mietzins und von allfälligen Mieterschäden vorweisen kann. Wir wären dazu jederzeit bereit gewesen, aber das wollte man von uns gar nicht wissen. Es sollte aus unseren Zahlen hervorgehen, von wieviel Einnahmen, Kundenfrequenzen, Lohnzahlungen, Kosten für Einkäufe etc. wir ausgingen – unsere Kontaktdaten von Lieferanten – zur eigenen Verwendung, resp. Weitergabe an die Genossenschaft – wären vermutlich das erwartete “Zückerchen” gewesen.

Am 31. Mai 2021 findet die erste GV vom Vorstand der Genossenschaft statt, an welcher auch Gemeinderat Bürki teilnimmt. Was er dort zu hören bekommt oder selber einbringt? Wir werden es nie erfahren. Protokoll oder transparente Information? Fehlanzeige! Fragen Sie nicht anwesende Mitglieder der Genossenschaft.

Am 16. Juni 2021 reichten wir schriftlich Gemeinderat Bürki unsere Zahlen wie gewünscht ein, aus welchen die Tragbarkeit zu unserem Konzept ersichtlich war. Und wir hielten darüber hinaus fest, dass wir vom Gemeinderat als Vermieter ausser einem Doppelwasserhahn, einer intakten und gebrauchsfertigen Mietsache keine Investitionen voraussetzten. Den Ladenausbau hätten wir mieterseitig vollständig auf eigene Kosten übernommen.

ES DARF UNS NUR ALS ALIBI-BEWERBER GEBEN – UND ALS ZUDIENER FÜR DIE GENOSSENSCHAFT

Aber irgendwie schien Gemeinderat Bürki keine Freude daran finden zu können, dass wir selbstfinanziert und startklar an unserem Konzept festhalten konnten und vor allem wollten. Im Gegenteil, anstelle einer Zusage forderte er uns nach wie vor auf, mit der Präsidentin der Genossenschaft das Gespräch zu suchen, hinsichtlich einer Zusammenarbeit. Dies, obschon Gemeinderat Bürki wusste, dass einige Pfaffhauser den Vorstand der Genossenschaft bereits am 10. April 2021 zu einem gemeinsamen Gespräch mit uns eingeladen hatten. Dabei stellten wir dem Vorstand unser detailliertes Konzept vor und machten das Angebot, dass die Genossenschaft jederzeit dazu eingeladen gewesen wäre, innerhalb von unserem Konzept mit eigenen Aktionen an unseren jahreszeitlichen Anlässen teilzunehmen und eigene Anlässe einzubringen. Alle, ausser der Präsidentin, fanden diese Lösung für alle Beteiligten ideal. Die Präsidentin teilte uns dann am 15. April 2021 mit – nachdem sie am 12. April 2021 ein wohl vielversprechendes Zoom-Gespräch mit Gemeinderat Bürki hatte, dass die Genossenschaft – vielmehr die Präsidentin – an unserer Einladung zur Mitwirkung nicht interessiert sei und an ihrem “Projekt” ohne uns festhalten wolle. Dies, obschon es durchaus Mitglieder vom Vorstand gab, die von unserem Ladenkonzept sehr überzeugt waren und froh gewesen wären, nicht als “Arbeitgeber” und Laien zur Führung eines Dorfladens auftreten zu müssen. Denn was die Präsidentin bei diesem Gespräch am 10. April 2021 für Ideen präsentierte, löste bei allen Beteiligten nur Bedauern und Kopfschütteln aus. Verbissen an einer Vorstellung von einer Idee und an immer noch abstruseren Ideen festhaltend. Von einer Finanzierung dazu fehlte jegliche Vorstellung, das Interesse aus der Bevölkerung daran ebenfalls nur eine Vorstellung.

Dennoch, Gemeinderat Bürki bestand erneut darauf, dass wir mit der Präsidentin Kontakt aufnehmen. Nach etlichen vergeblichen Versuchen die Präsidentin zu erreichen, gelang es uns dann, einen Termin zu vereinbaren. Am 22. Mai 2021 fand bei der Präsidentin mit Mitgliedern aus dem Vorstand, so auch Gemeinderätin Maia Ernst, ein Gespräch statt. Die Damen vom Vorstand, inkl. Gemeinderätin Ernst, traten in allen Gesprächen uns gegenüber immer entsprechend fordernd, und bereits klar als Anspruchsberechtigte für den Laden, auf. Wir sollten lediglich günstig die Arbeit für die Damen erledigen und das dringend benötigte Knowhow liefern.

MAN MÖCHTE DOCH LIEBER UNTER SICH BLEIBEN – DIE VERLORENEN BRATWÜRSTE

Am 12. Juli 2021 lädt der Gemeinderat zu einem Apéro mit Grillplausch in das Ladenlokal – schliesslich will die Pinselsanierung für CHF 10’000.- amortisiert sein. Der Ansturm und das Interesse aus der Pfaffhauser-Bevölkerung hält sich jedoch in überschaubaren Grenzen. Ausser dem Gemeinderat und der Präsidentin der Genossenschaft ist kaum, oder dürfen wir sagen, nicht nennenswert jemand anwesend. Als wir uns dem geselligen Treffen anschliessen, wird das eher mit Erstaunen und ja, fast etwas Widerwillen, goutiert. Der Gemeindepräsident sprach uns zwischen einem Bissen Bratwurst dann noch auf die von uns anscheinend fehlenden “Finanzplan-Angaben” an. Dies dann doch sehr zu unserem Erstaunen! Diese hätten wir bereits am 16. Juni 2021 Gemeinderat Bürki per Mail zukommen lassen. So weiss die eine Hand da unten im Gemeinderat nicht, was die andere macht. Praktisch – und so macht man, was man will. Tendenz zunehmend!

DER WIDERLICHE SHOW-DOWN AN EINER LETZTEN BESPRECHUNG AUF DER GEMEINDE

Am 13. November 2021 hatte die Gemeinde die “Bewerber” – also uns – und den Vorstand der Genosschenschaft – also die “Anspruchsberechtigte” – zu einer weiteren “Bewerbungs- und Vergabe-Runde” ins Sitzungszimmer auf die Gemeinde eingeladen. Mündlich, ohne schriftliche Einladung und ohne Protokoll für uns – wir wissen warum. Auch Gemeinderätin Maia Ernst war – wie bei allen Sitzungen – ebenfalls als treibendes und massgebliches Vorstandsmitglied der Genossenschaft anwesend.

Ein Witz also, hier “der guten Form halber” an der Gemeindeversammlung vom 24.11.2021 behaupten zu wollen, dass die Ausstandspflicht von Gemeinderätin Maia Ernst immer und zu jedem Zeitpunkt in diesem Traktandum eingehalten worden sei. Daran festzuhalten, eine Frechheit!

Wie wir in dieser Schluss-Runde am 13.11.2021 im Sitzungszimmer der Gemeinde endgültig feststellen mussten, waren wir definitiv nicht als eigenständige “Bewerber” eingeladen und entsprechend wurden wir vom Vorstand der Genossenschaft aufs Übelste als “Bittsteller” und nicht als Bewerber vorgeführt und behandelt. Allerdings war auch dem Gemeinderat peinlich bewusst, dass an “Nachhaltigkeit und Transparenz” für ein umsetz- und finanzierbares Konzept bei der Genossenschaft allein – ohne unser Knowhow – nach wie vor nichts vorhanden und auf die nahende Gemeindeversammlung vom 24.11.2021 zu präsentieren war – und auch noch länger nicht sein wird! Eine blöde Situation für den Gemeinderat. Wie will man den ins Blaue gesetzte Budget-Posten von CHF 500’000.- ohne Grundlagen dazu nun durchbringen – ohne sich auf Diskussionen mit wachen Bürgern einlassen zu müssen? Das hat man doch im Gemeinderat einfach gar nicht gern und möchte sich kritische Fragen generell am liebsten verbieten lassen! Denn wir erklärten abschliessend, dass wir nicht als “Zudiener” und künftige “Joggeli” der Genossenschaft zur Verfügung stehen werden, nur um deren und das Gesicht vom Gemeinderat zu wahren. Wir würden an unserer Bewerbung mit unserem Konzept festhalten – auch ohne Genossenschaft. Denn wir brauchten nicht sie, sie hätten uns gebraucht! Und Angebote dazu hatten wir dem Vorstand mit grösster Fairness reichlich, aber leider vergebens gemacht!

SO WERDEN FAKTEN GESCHAFFEN – DAS FAIT ACCOMPLI FÜR DEN GEMEINDERAT ODER DER “FREUDSCHE VERSPRECHER” DER GENOSSENSCHAFT

Der Genossenschaft war das egal. Der Vorstand war sich seiner Sache anscheinend bereits derart sicher, auch ohne uns als “billige Joggeli”. Da wir nicht bereit waren, als “Angestellte” für die Genossenschaft zu arbeiten und man uns als “Bewerber” eh nie ernst genommen hatte, sah der Vorstand im Anschluss an die Sitzung vom 13.11.2021, “befreit von uns” die Gunst der Stunde und es gelang ihm ein cleverer Zug: Mit einem Flyer, den der Vorstand der Genossenschaft am 18. November 2021 in die Haushalte von Pfaffhausen verteilte, trat die Genossenschaft – ohne, dass darüber die Mitglieder etwa informiert gewesen wären – bereits als anspruchsberechtigt auf, mit einem Projekt für ein Ladencafé, für das der Gemeinderat 500’000.- budgetiert habe – ohne dazu offiziell kommuniziert durch den Gemeinderat den Zuschlag für das Lokal erhalten zu haben. Merkt es jemand? Egal, Nebensache. Der Vorstand der Genosschenschaft mobilisierte auf diesem Flyer auch gegen den Antrag der RPK, den es unter allen Umständen abzuwenden gelte. Denn die RPK, mit Präsident Daniel Lienhard, informierte sich vorbildlich und fundiert, im Rahmen der ihm zustehenden, finanzpolitischen Kompetenz. Die ins Blaue budgetierten CHF 500’000.- sollten laut diesem Antrag der RPK, hervorragend durch Daniel Lienhard vorgetragen, auf die zur Instandstellung, durch den Bauvorstand im Juli 2020 detailliert ausgewiesenen und notwendigen CHF 53’000.-, reduziert werden. Der Vorstand der Genossenschaft bat die Pfaffhauser Haushalte daher auf diesem Flyer, möglichst zahlreich zu erscheinen und den CHF 500’000.- für die Genossenschaft zuzustimmen. Selbes oder ähnliches Spiel wie im Juli 2020.

Am 19. November 2021 teilten wir per Mail an Gemeinderat Bürki unser Erstaunen, ja unsere bare Entrüstung über diesen Flyer mit. Uns sei nicht bekannt, dass der Gemeinderat sich für einen Bewerber entschieden hätte. Weshalb denn die Genossenschaft nun bereits als Anspruchsberechtigte auf das Ladenlokal auftrete und weshalb denen ein vom Gemeinderat festgesetztes Budget von CHF 500’000.- zur Verfügung stehen würden? Wofür denn?

Gemeinderat Bürki teilte uns mit Mail vom 22.11.2021 (10:26) mit:

“Der Entscheid in Sachen Dorfladen wird an der Gemeinderatssitzung von morgen Dienstag (23.11.2021) gefällt. Da dieser Entscheid evtl. an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch (24.11.2021) ein Thema sein könnte(!), werde ich Sie am Mittwochvormittag über das Resultat telefonisch informieren. Ich bitte Sie aber zu beachten und mir zu bestätigen, dass diese Information vertraulich ist und bis Donnerstag (25.11.2021) nicht in irgendeiner Form publiziert werden darf. Zudem bitte ich Sie, mir mitzuteilen, wie und wann ich Sie am Mittwoch telefonisch erreichen kann. Ich bitte Sie aber zu beachten und mir zu bestätigen, dass diese Information vertraulich ist und bis Donnerstag (25.11.2021) nicht in irgendeiner Form publiziert werden darf. Zudem bitte ich Sie, mir mitzuteilen, wie und wann ich Sie am Mittwoch telefonisch erreichen kann.

Mit dem verlangten Stillschweigen bis zum 25.11.2021 wolle man sich wohl ein Türchen offenhalten, für den Fall, dass der Steuerzahler dem Budget von CHF 500’000.- nicht zustimmen würde, resp. verhindern, dass genügend gut informiert, den “Begehrlichkeiten” der Genossenschaft eine Abfuhr erteilt und dem Antrag der RPK zugestimmt werde. Zu viel Information hätte ja noch die rechte Saalhälfte mit kritischen Stimmen füllen können. Das galt es unbedingt zu verhindern.

Gemeinderat T. Bürki weiter mit Mail vom 23.11.2021 (12:27):

“Es geht nicht darum, bis Donnerstag abzuwarten, sondern lediglich darum, dass Sie informiert sind, bevor die Info (Medienmitteilung des Gemeinderates vom 24.11.2021, vormittags, also lediglich ein paar Stunden vor der Gemeindeversammlung!) an die Öffentlichkeit geht.”

An der Gemeindeversammlung (24.11.2021) wird dieser mögliche Kredit(!) sicher zu reden geben. Daher wäre es schlecht, wenn Gerüchte herumgeistern und wie Sie wissen ist es leider so, dass kaum Informationen zu diesem Thema hinausgehen können, ohne dass sie bestimmte Empfänger(!) in ihrem Sinn interpretieren.

Nach Ansicht von Gemeinderat Bürki scheint Information also zu Gerüchten zu führen. Gemeinderat T. Bürki scheint ja ein richtiger Ober-Experte für Gerüchte zu sein! Aber mit dieser Haltung ist er wohl kaum allein im Gemeinderat. Pech für die Bevölkerung von Fällanden – und hier in diesem Fall für die Pfaffhauser*Innen.

Denn Interpretationsspielraum gibt es hier wirklich keinen mehr – die traurige Wahrheit liegt auf der Hand!Und wieso nicht einfach offen und ehrlich – eben bürgernah – kommunizieren?

Was ist das für eine überaus verächtliche Einstellung dem Bürger gegenüber?

Und erinnern Sie sich? Die Genossenschaft hat bereits am 18.11.2021 als Anspruchsberechtigte auf das Lokal mit einem in Pfaffhausen verteilten Flyer für das Budget von CHF 500’000.- geworben und Sie animiert, diesem unbedingt an der Gemeindeversammlung vom 24.11.2021 zuzustimmen. Wie das, wenn angeblich erst am 23.11.2021 über die Vergabe an einen Bewerber entschieden werden sollte? Und wie das, wenn anscheinend ein paar Tage später bereits ein Konzept vorgelegen haben soll, das nun eine Reduktion auf ein Budget von CHF 200’000.- erlaube? Ja, wieso hat man das dann nicht transparent und mit Freude präsentiert?

Es sind keine Gerüchte, Herr Gemeinderat Bürki! Dieses “Gemauschel” entspricht der traurigen Wahrheit und die wollen Sie den Bürger*Innen immer wieder gerne vorenthalten, so macht es den Anschein – oder nur ein Gerücht? Sie wissen es besser.

Der Brei wurde zu heiss – Transparenz fordernde Diskussionen an der Gemeindeversammlung wollte man unter allen Umständen diesmal vermeiden und nicht den gleichen Fehler wie im Juli 2020 nochmals riskieren. So hatte der Gemeinderat kurzerhand in seiner Sitzung vom 23. November 2021 beschlossen, dass es doch besser sei, vorsorglich das Budget für die Genossenschaft von CHF 500’000.- auf CHF 200’000.- zu reduzieren. Nicht, weil es dazu etwa Projekt-Grundlagen oder ein Business-, Finanz- oder Investitionsplan gab, wie man an der Präsentation behauptete – die Genossenschaft hätte noch so gern das ganze Budget genommen. Nein, einzig und allein, weil es in der Kompetenz vom Gemeinderat liegt, über einen solchen Einmalbetrag frei entscheiden zu können.

Gemeindepräsident T. Diener begründete an der Gemeindeversammlung vom 24.11.2021 und im Glattaler vom 26.11.2021, “dass zur Vergabe vom Lokal an die Genossenschaft ein Businessplan verlangt worden sei” und , “dass auf erhebliche Mittel zur Finanzierung des Projekts, bestehend aus einem Mix aus vorhandenen Mitteln(?), zusätzlichen Einnahmen aus anderen Kanälen (Subvention für Behinderte?) und Crowdfounding zurückgegriffen werden könne”. Die Mitglieder der Genossenschaft wissen davon aber nichts. Wohl auch hier ein Kommunikationsproblem – oder ein Gerücht? Die Spezialisten wissen es.

Dass der Gemeinderat uns nach bald vier Jahren Hinhaltetaktik aber am 24.11.2021 einfach mit einer Mitteilung auf der Combox abspeisen würde, ist an Geschmacklosigkeit nicht zu toppen – es ist gelinde gesagt ein miserabler Stil und eine Ohrfeige mit Bestätigung, was der Gemeinderat tatsächlich unter “bürgernah” versteht – nämlich rein gar nichts – abgesehen von seinen medienwirksamen Auftritten!

Auch können wir uns beim besten Willen nicht für den Zuschlag an die Genossenschaft freuen. Was hat diese Genossenschaft denn bis jetzt für die Pfaffhauser Bevölkerung gemacht? Oder haben Sie erlebt, dass in dem extra für Zwischennutzungen für über CHF 10’000.- “pinselsaniert” hergerichteten Ladenlokal z. B. im Sommer 2021 einmal ein Kennen-Lern-Anlass stattgefunden hätte, bei dem das nachhaltige, finanzierbare Konzept transparent vorgestellt worden wäre?

Wiederum waren es Private, die im Sommer 2021 – ja auch mit Corona – mit einem spontan organisierten “Gelati- und Apéro-Angebot” beim Hof Ochsner an der Benglenstrasse in Pfaffhausen den Sommer-Spaziergang am Abend zu einem Highlight werden liessen! Das nennt man eigenständiges Engagement aus der Bevölkerung!

Die Damen vom Vorstand? Eine Enttäuschung in jeder Hinsicht. Kein Wunder. Nicht einmal die Mitglieder der Genossenschaft sind im Detail informiert worden. Auch z. B. Anfragen von kritischen Noch-Genossenschaftern, was denn die teuer finanzierte Umfrage vom November 2020 betreffend Bedürfnisse, Interesse und Bereitschaft für eine Mitwirkung ergeben habe, sind bis heute unbeantwortet geblieben. Gleiches gilt für einen angeblich vorhandenen “Businessplan” und die Finanzierung dazu. Infos an die Genossenschafter*Innen dazu – Fehlanzeige! Die Genossenschaft und deren Handeln beschränkt sich anscheinend auf eine kleine, eingeschworene Gruppe um die Präsidentin und Gemeinderätin Maia Ernst.

Und so kam es, dass an der Gemeindeversammlung vom 24.11.2021 in der linken Saalhälfte vorwiegend durch den Vorstand der Genossenschaft mobilisierte und mit den Damen vom Vorstand befreundete Sänggler sassen, die sich dann beherzt und einstudiert einspannen liessen, moralisierend, unliberal und einfach grundsätzlich, mit “etatistischem” Anspruch für ein Projekt zu schwärmen, für welches aber jegliche Grundlagen und vor allem das breite Interesse mit der zwingend vorausgesetzten finanziellen und “leiblichen” Mitwirkung aus der Bevölkerung in Pfaffhausen fehlen. Und sicher wusste keiner dieser Senior*Innen von der Sängglen von unserem Konzept für den “DORFLADEN-TREFFPUNKT Locantore”, wo nicht nur ein Mitmachen und Teilhaben ohne jegliche Verpflichtung möglich gewesen wäre, sondern vielleicht auch ein irgendwann gern in Anspruch genommener Hauslieferdienst zum Angebot gehört hätte. Man hatte ja in den letzten vier Jahren vom Gemeinderat auch alles darangesetzt, dass wir und unser Konzept inexistent – eben ein Gerücht, ein 1. Aprilscherz bleiben!

Wir halten abschliessend fest, für die Genossenschaft weder als Geschäftsführer zur Verfügung zu stehen, noch jemals sonst in einer Form unsere Unterstützung diesen Damen zur Verfügung zu stellen!

Bedanken Sie sich beim Gemeinderat und seiner “Auswahl” für die Genossenschaft – ausser Bettelbriefen und einem Crowdfounding, das erst noch gestartet werden soll, wenn dann der Werbefilm dazu mal fertig sein wird. Na, dann warten wir mal der Dinge (und Kosten), die da auf uns zukommen werden. Vier Jahre sind schon um und die seit Frühjahr 2020 im Rennen stehenden Damen vom Vorstand der Genossenschaft sind seit zwei Jahren nach wie vor nicht startklar und werden es wohl noch länger nicht sein. Egal. Fällanden kann es sich ja leisten. Und ob es Sinn macht oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Gerne hätten wir für Sie, mit Ihnen, liebe Pfaffhauser*Innen, mit unserem Konzept und persönlichem Engagement ein sinnvolles und auf Ihre Bedürfnisse eingerichtetes Angebot zur Verfügung gestellt.

Eine Antwort auf „1. April-Scherze und die traurige Wahrheit für Pfaffhausen“

  1. Ich bin erschüttert, wütend und ratlos. Dass es schlimm ist in Fällanden, das weiss ich seit über 30 Jahren und seit dem versuchten EW-Verkauf noch besser. Aber dass es so schlimm ist, dass so gelogen und betrogen wird seitens der von uns gewählten und bezahlten Behörden wie im Beitrag oben zu lesen, das kann ich kaum glauben. Doch scheint es wahr zu sein. Wenn das keine Folgen hat, verstehe ich die Fällander-Welt nicht mehr.

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