Erneut bietet «Inside Fällanden» den Bürgern die Möglichkeit, sich für ein wichtiges Thema einzubringen, was sonst so nicht denkbar wäre, schon gar nicht in einem von der Gemeinde finanzierten Medium.

Und diese Unabhängigkeit wird rege genutzt. Die Beiträge beleuchten die erneut verunglückte Kommunikation des Gemeinderates (GR) auf eindrückliche Weise.
Etliche Dokumente liegen erst im Entwurf vor, müssen aber vom Stimmvolk automatisch gutgeheissen werden bei Annahme der Vorlage.
Als Beispiel kann das «Reglement Zusammensetzung und Anforderungen Verwaltungsrat Sunnetal AG (vom 9. Februar 2025)» herangezogen werden.
Dort werden Anforderungsprofile genannt für das «Präsidium», ein Mitglied «Finanzen», eines für «Gesundheitswesen», ein weiteres für die «Hotellerie» und noch eines für «Infrastruktur/Bauwesen».
Das sind fünf Mitglieder. Nicht erwähnt ist der GR, der mit einem Delegierten auch Einsitz in den VR nimmt. Damit sind es deren sechs. Und weil das keine gute Idee ist, werden es – mindestens – sieben Mitglieder sein.
Für das VR-Mitglied aus dem GR – wir hören nirgends, aus welchem Ressort es kommen soll – ist kein Anforderungsprofil formuliert ausser den allgemein gehaltenen, für alle geltenden Voraussetzungen für das Amt. Da lesen wir u. a.:
«Analysefähigkeit und Urteilsvermögen, Fähigkeit und Wille, kritische Fragen zu stellen, Fähigkeit zu vernetztem, ganzheitlichem Denken». Etc. Wer soll das sein?
Dann stelle man sich eine Generalversammlung der AG vor:
Auf der einen Seite des Tisches sitzen die – vermutlich sieben oder mehr – Verwaltungsräte, darunter derjenige der Gemeinde. Gegenüber sitzen die Aktionäre, d. h. ein weiterer Gemeinderat, der die 100% des AKs vertritt.
Der VR-Präsident, oder wie wir wissen: die VR-Präsidentin eröffnet die Sitzung. Die Traktandenliste wird abgearbeitet wie in jeder AG. Mehrmals wird abgestimmt. Jedesmal gibt es ein Ergebnis 100% Zustimmung oder 100% Ablehnung. Das Aktionariat – sprich der delegierte Gemeinderat muss aufgrund der Instruktionen innerhalb der Kompetenzen des GR gemäss Gemeindeordnung stimmen. Nicht nur in Erfolgs- oder Vermögensangelegenheiten einschränkend.
So verkommt die Generalversammlung zur Farce, obwohl rechtlich korrekt. Wie geht der VR damit um? Welches sind die Instruktionen des delegierten Gemeinderats? Wir wissen es nicht. Fakt ist jedoch, dass der GR nach wie vor das Sagen hat, kompetent oder nicht. Nach Lektüre des Interwiews in der aktuellen Lokalpresse denkt man eher an Inkompetenz.
Noch ein Wort zum Timing. In der «Eigentümerstrategie Sunnetal AG (Version vom 17. Oktober 2024)» lesen wir u. a.:
«Die Verselbständigung des Alterszentrum Sunnetal und Übertragung des Betriebs Alterszentrum Sunnetal erfolgt im ersten Halbjahr 2026 rückwirkend auf den 1. Januar 2026.»
Das heisst genau dann, wenn im Frühling 2026 GR-Wahlen stattfinden mit Amtseinsetzung Mitte Jahr. So kann es sein, dass nach einigen Monaten der VR des GR und/oder der delegierte Gemeinderat bereits ersetzt und die Nachfolger erneut eingearbeitet werden müssen.
Bei den vielen Entwürfen und Unklarheiten könnte man vermuten, dass dieses Geschäft noch in dieser Legislatur durchgeboxt werden soll, dies nach vielen Jahren der Verluste und der Untätigkeit. Solches ist nicht geeignet, der Vorlage, wie sie nun zur Abstimmung kommt, zuzustimmen.
