Aufgrund der Ankündigung des «Informationsanlasses vom 2. Juni 2025» zum Thema erlaube ich mir einige Gedanken dazu.
Gibt man auf der Gemeinde-Website «Legislaturziele» ein, kommt folgendes heraus:

«Legislaturziele 2022 bis 2026
Infolge der sich ständig ablösender Krisen (Corona-Pandemie, Ukrainekrieg, Energiemangellage) hält der Kostendruck auf die Erfolgsrechnung an. Es bleibt daher auch in Zukunft sehr anspruchsvoll, einen attraktiven Steuerfuss beizubehalten und den verschiedenen Anspruchsgruppen gerecht zu werden.
Ziel 4 Stärkung der Kommunikation
- Der Einsatz der Informationsmedien (print und elektronisch) ist den Bedürfnissen der Bevölkerung angepasst.
- Die Nutzung einer digitalen Austauschplattform ist eingeführt.»
(Auszug; die weiteren Ziele mag jeder selber finden und beurteilen).
Gräbt man etwas weiter, findet man:

Das ist Version II desselben Planpunktes.
Der 8-köpfige GR verabschiedete am 9. Mai 2023 grossspurig diese Legislaturziele, die dann in einer späteren zweiten Fassung (vgl. Pt. 4 oben) auf die Titel zusammenschrumpften.
Heute (Mai 2025) stellt man fest:
- Zur «Stärkung der Kommunikation» ist NICHTS erreicht worden.
- 5 Monate nach den genannten Realisierungsterminen will man am 2. Juni 2025 die Bevölkerung fragen: «…wie weiter?»
Was hat denn der Gemeinderat in den drei ersten Jahren der laufenden Legislatur eigentlich gemacht neben der Verfolgung etlicher erfolgloser Projekte?
Am 2. Juni 2025 soll nun ein «Podium» die Frage im Titel behandeln. Das Eintretensreferat von Frau Schär dürfte die Diskussion in die gewünschte Richtung lenken und dem Gemeindepräsidenten kaum widersprechen.
Eine kritische Würdigung darf man vielleicht von Herrn von Lebedur erwarten. Es ist zu hoffen, dass er auch den NZZ-Artikel zitiert vom 28. April 2024, Seite 13, von Robin Schwarzenbach betreffend die Gemeinde Maur: «Ein Dorf streitet um seine Zeitung». Der Artikel endet mit der rhetorischen Frage: «Eine Gemeinde, die eine Zeitung finanziert, die unabhängig über die Gemeinde berichten soll – geht das wirklich zusammen?»
Obwohl engagierte Bürger vor mehr als fünf Jahren «Inside Fällanden» gründeten und seither erfolgreich betreiben, gilt offenbar bei den Behörden die Losung «ignorieren».
Derweil wird die Plattform rege genutzt und ihre Leser nehmen – nebst anderen Beiträgen – immer wieder kritisch Stellung zu der nicht immer erfolgreichen gemeinderätlichen Tätigkeit.
Wer nun einen Vertreter von «Inside Fällanden» auf dem genannten Podium erwartet, sieht sich enttäuscht: Die einzige unabhängige, neutrale, selbstfinanzierte Publikation für Gemeindebelange wird nicht einmal erwähnt.
Die Art und Weise, wie der Gemeindepräsident das Thema behandelt, ist ein neues Beispiel seiner Überheblichkeit gegenüber der Bevölkerung. Was nicht gefällt wird ignoriert. Gleichzeitig werden an unnötigen Versammlungen auch die schrägsten Ideen (z. B. Neubau Gemeindehaus mit Grossverteiler) eloquent, wenn auch mit wenig Fachwissen, vorgetragen und mit Schalmeienklängen unterlegt.
So wiederholt sich dieser Ablauf am 2. Juni 2025 ein weiteres Mal. Und die nächste Versammlung in dieser Art (zur neuen Gemeindeordnung) steht auch bald an, nämlich schon am 3. Juni 2025.
Es ist nur zu hoffen, dass das Projekt «Gemeindezeitung» eingestampft wird. In Maur ist immerhin die Rede von zwischen 200’000 und 300’000 Franken Kosten pro Jahr! Kosten für jahrelangen Ressourcenverschleiss wegen Streitereien nicht eingerechnet. Einen ähnlichen Flop leistete sich der Stadtrat von Wetzikon mit der Idee eines «Stadtmagazins», das 2022 öffentlich ausgeschrieben worden war. Die Lokalpresse nannte Initialkosten von CHF 40’000 und einen jährlichen Aufwand von CHF 375.000. Zum Start sollte dann das Stadtparlament erst einmal CHF 1.5 Mio sprechen für vier Jahre, was dieses klar ablehnte mit der Begründung, dass das Vorhaben keine Kernaufgabe der Stadt sei.
Oben schreibt der GR: «Infolge der sich ständig ablösender Krisen (Corona-Pandemie, Ukrainekrieg, Energiemangellage) hält der Kostendruck auf die Erfolgsrechnung an».
Vergessen hat er seine eigene Unzulänglichkeit.
