von Maya Litz, Pfaffhausen
Stellungnahme zu einer Vernehmlassung, welcher es gar nicht bedarf, resp. die es nicht geben dürfte
Denn der Gemeinderat schiebt seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, Pendenzen vor sich her, schafft mit einer nicht mehr enden wollenden Flut von kostenintensiven und sich gegenseitig widersprechenden Gutachten, Expertisen und moderierten Anlässen immer wieder ohne Notwendigkeit aufs Neue Themenfelder, ohne mit einer gewissen Nachvollziehbarkeit bereits aufgegleiste Pendenzen zielstrebig, übersichtlich und mit der notwendigen Portion Demut endlich zu erledigen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Gemeinderat in einem unergründlichen Schlussmarathon nach eigenem Gutdünken vor den nächsten Wahlen möglichst noch «seine» Geschäfte durchbringen und gut bezahlte Posten schaffen möchte.
Keine Unterstützung für eine Ausgliederung mit Rechtsformänderung der hervorragend aufgestellten Gemeinde-Werke, da weder die vorgeschobene Dringlichkeit dazu vorhanden ist und auch keine Vorteile für unsere Einwohnerinnen und Einwohner erkennbar sind. Eine solche Ausgliederung in eine Aktiengesellschaft würde einzig und unweigerlich zu höheren Kosten für die Endverbraucherinnen und Endverbraucher führen. Zudem würde die wichtige, direktdemokratische Mitwirkung der Bevölkerung in unserer Gemeinde empfindlich verletzt.
Eine Entwicklung, die wir auf kommunaler Ebene keinesfalls zulassen dürfen.
Eine Expertise der Kanzlei Häusermann + Partner legt denn auch offen, dass allein schon der zeitliche und finanzielle Aufwand einer Rechtsformänderung bei einer Auslagerung nicht unterschätzt werden dürfe. Insbesondere in Bezug auf die komplexen organisatorischen und rechtlichen Grundlagen (Stichwort reglementarische Grundlage des Betriebs), die Anstellungsverhältnisse (öffentlich-rechtliche versus privatrechtliche) oder die Bestimmung der Vermögenswerte, welche auf die neue Rechtsform überzugehen hätten. Zudem würden die steuerliche Seite und die finanzielle Rechnungslegung immer wieder Anlass zu Diskussionen geben.
Das brauchen wir nicht.
Der Informationsanlass vom 19. Juni 2025 zur Ausgliederung der Werke in eine Aktiengesellschaft, lanciert von Gemeinderat Thomas Bürki, ehemals Grün-Liberale Partei (GLP) – ein Widerspruch in sich – sekundiert von der Firma EVU Partners und moderiert von Esther Girsberger glich denn auch eher einem gut abgestimmten Marketingauftritt. Einseitig und bewusst positiv vorgetragen, als wäre es bereits beschlossene Sache. Wer mit Fragen, (berechtigter) Kritik und anderslautenden und nicht so positiven Erfahrungsberichten, mit z. B. sehr kostenintensiven Rückabwicklungen einstiger misslungener Ausgliederungen etc. dagegenhielt, wurde an diesem Abend und in anschliessenden Berichten dazu als unwissend hingestellt. Ein oberlehrerhaft schlechter Stil.
Der bereits bestehende Wärmeverbund ARA Bachwis als Zweckverbund mit anderen Gemeinden (Volketswil, Schwerzenbach und Maur) kann in Fällanden auch ohne kostentreibende Ausgliederung der Werke weiterhin und frei nach Bedarf der Bevölkerung ausgebaut werden.
Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) können ab 2026 ebenfalls in allen drei Ortsteilen – auch in Fällanden und Pfaffhausen scheint die Sonne – frei und nach Belieben von den Grundeigentümern und Besitzern von Solaranlagen eigenständig gebildet werden, und ganz ohne dass dazu eine kostentreibende Ausgliederung der Werke notwendig ist.
Unsere Gemeinde-Werke Fällanden waren und sind heute sehr gut aufgestellt und werden es auch weiterhin sein.
Wenn Politiker Ihnen tiefere Gebühren durch das Weitergeben von Gewinnen versprechen, dann sollten Sie einfach nur skeptisch sein.
Gewinne werden sicher nicht an den Endverbraucher weitergegeben – das Versprechen dazu ist ein zur Genüge widerlegter Politik-Jargon!
Daher NEIN zur Auslagerung in eine Aktiengesellschaft mit generieren von unnötigen Kosten für uns Endverbraucher bei gleichzeitigem Verlust der demokratischen Mitsprache!
