Am nördlichen Fällander Gemeinderand, in der Bollenrüti oberhalb des EWZ-Umspannwerks, betreibt die Familie Bliggenstorfer seit langer Zeit einen Bauernhof.
Alle packen an. Marthi Bliggenstorfer fing vor Jahren an, selber Brot zu backen. Jeweils am Samstagmorgen um 02.00 hiess es: aufstehen, damit einige Stunden später die zunehmend grössere Kundschaft bedient werden konnte.
Inzwischen bäckt ein Schwiegersohn, aber Marthi steht nach wie vor im Hofladen, der mittlerweile neben Brot und Zopf auch andere landwirtschaftliche, lokale Produkte anbietet.
Seit etwa vier Jahren nicht nur am Samstag, sondern in einem sorgfältig eingerichteten Häuschen samt Kühlschrank und -truhe täglich rund um die Uhr.
Soweit so gut, denkt man. Das 7/24-Angebot kommt sehr gut an, leider nicht nur bei der ehrlichen Kundschaft. Kurz nach Eröffnung wurde die Kasse gestohlen.
Redaktion: Wie ging es dann weiter?
M. B.: Eine Zeit lang hatten wir Ruhe. Nach dem Diebstahl der Kasse mussten wir ausschliesslich auf Twint umsteigen. Zudem installierten wir eine Videokamera.
Trotzdem erschien am 18. Juni dieses Jahres kurz nach Mitternacht eine Person, die hastig ihre Tasche füllte, bis das Licht anging und sie das Weite suchte samt Lebensmitteln im Wert von über einhundert Franken.
Red.: Haben Sie Anzeige erstattet?
M. B.: Ja, gegen Unbekannt. Die Polizei ist im Besitz des Videos.
Red.: Und seither ist Ruhe?
M. B.: Leider nein: am 8. Juli 2025 kreuzte wieder nach Mitternacht dieselbe Person auf in Begleitung eines Komplizen. Trotz Licht räumten die beiden richtig auf: neben Würsten und tiefgefrorenen Produkten auch 18 Gläser Bienenhonig und anderes. Dann zogen sie von dannen und liessen die Kühltruhe und den -schrank offen stehen, so dass die verbliebenen Produkte am kommenden Morgen weitgehend verdorben vorgefunden wurden. Gesamtschaden etwa eintausend Franken. Erneute Anzeige gegen Unbekannt.
Red.: Das reicht aber, oder?
M. B.: Das würde man meinen. Aber im Abstand von einigen Tagen filmte die Videokamera gegen Abend einen Besucher, der sich erkennbar mit Waren im Wert von etwa zwanzig Franken bediente, um dann mittels Twint fünf Franken zu zahlen.
Red.: Aber bei Twint-Zahlung ist ja die Telefonnummer des «Kunden» bekannt.
M. B.: Ja, aber für deren Freigabe muss die Justiz eingeschaltet werden…
Red.: Wie geht es nun weiter?
M. B.: Zwischendurch wollte ich den Bettel hinschmeissen. Aber wegen einiger Krimineller die langjährige, treue Kundschaft verlieren wollte ich eben auch nicht. Zudem beriet uns die Kantonspolizei bei der technischen Aufrüstung des Ladenlokals. Trotzdem ist es nachts derzeit geschlossen zum Bedauern einiger Kunden, die frühmorgens oder spätabends zu Fuss vorbeikommen, um sich mit unseren Produkten einzudecken. Wir kennen diese und konnten mit Ihnen Lösungen finden.
Red.: Frau Bliggenstorfer, wir danken Ihnen für diese Schilderungen. Wir hoffen mit Ihnen auf eine Beruhigung der Lage, auf dass Sie die Leute weiterhin mit Ihren Köstlichkeiten erfreuen können.



Es ist schon tragisch, dass diese „klauende Bande“ nicht verurteilt werden kann, obwohl Bilder von dieser Person / diesen Personen Video Aufnahmen bestehen. Warum können nicht, zuerst verpixelte, später unverpixelte Fotos veröffentlicht werden?
Es kann doch nicht sein, dass Familie Blickensdorfer nicht unterstützt werden kann.