Wie etwa alle 15 – 20 Jahre steht zur Zeit die Revision dieser Richtpläne an (die letzte Revision erfolgte 2007/08 u. a. als Grundlage der geltenden Zonenpläne).
Am Mittwoch, 20.08.2025 lud der Gemeinderat Fällanden die Bevölkerung ein für eine öffentliche Informationsveranstaltung zu den überarbeiteten kommunalen Richtplänen mit folgenden Worten: «Vor Ort erhalten Sie Einblicke in die Planungsprozesse und erfahren, wie Sie sich im Rahmen der öffentlichen Auflage einbringen können. Gleichzeitig beantworten wir auch gerne Ihre Fragen. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.»
Vielleicht 100 Personen folgten den Ausführungen des Gemeindepräsidenten, der Vorstände für Hochbau sowie Bevölkerung und Sicherheit, sekundiert von Vertretern der Planungsfirmen. Durch den Abend führte professionell ein junge Dame.
«Wie soll sich Fällanden entwickeln?» frage der Gemeindepräsident am Anfang. Dazu waren bereits Veranstaltungen erfolgt wie auch eine ausgewertete Online-Umfrage. Die Resultate sind publiziert.
Die Richtpläne sind hierarchisch aufgebaut: kantonal – regional – kommunal. Sie sind behördenverbindlich, d. h. Fällanden kann nicht entgegen den übergeordneten Plänen handeln.
Die kommunale Richtplanung «Siedlung und Landschaft» basiert somit auf den kantonalen und regionalen Vorgaben. Demzufolge rechnet der Kanton bis 2050 mit einem Bevölkerungswachstum von heute 1.62 auf ca. 2.0 Mio Einwohner. Für Fällanden (ländliches Gebiet unter Druck) hiesse das 1.000 bis 2.000 Personen mehr. In diesem Zusammenhang verkündete der Hochbau-Vorstand auch den Verzicht auf die Planung von Hochhäusern in Benglen und Fällanden.
Planungsziel ist u. a. eine erhaltenswerte Siedlungsstruktur (Beispiele Sängglen (!)), Bodenacherstrasse, Rundsiedlungen in Benglen. Gleichzeitig sollen aber auch Veränderungen möglich sein wie an der Wigartenstrasse oder in der Industrie, wo durch «Transformation» die Industriezone in eine «Industrie- und Wohnzone» geändert werden kann.
Der Vorstand Bevölkerung und Sicherheit referierte dann über den Verkehrsplan, nicht ohne eingangs zu erwähnen, dass eine Umfahrung von Fällanden unmöglich sei. Daher würde es eine Vielzahl von kleinen Massnahmen brauchen, um die Verkehrssituation zu verbessern. Es sind so viele, dass es zwei Kartenlayer braucht, um alle darzustellen.
Der Kanton möchte (durch Kauf und Abriss des alten Schulhauses) die Kapazität des Sternenkreisels erhöhen, was der Gemeinderat ebenso ablehnt wie die Initiierung einer Umfahrung.
Weiter geht der Prozess nun mit der öffentlichen Planauflage bis zum 14. Oktober 2025, wo jedermann sich zum Thema äussern kann, was dann anschliessend bis Ende November 2025 (vielleicht) in die endgültige Fassung einfliesst. Am 2. Dezember will der GR dann die definitive Version verabschieden zuhanden der Gemeindeversammlung vom 18. März 2026, worauf (nach Annahme) die Pläne durch den Kanton bestätigt werden müssen.
Es folgten einige Fragen zum Dargebotenen, deren Beantwortung allesamt im Ungefähren bieb.
Ein Besucher erkundigte sich nach der eventuellen Einzonung eingangs Benglen für die Erstellung einer Energiezentrale. Da der zuständige Vorsteher Tiefbau und Werke nicht im Saal war (aus persönlichen Gründen; wir wünsche ihm alles Gute!) herrschte auf dem Podium Ratlosigkeit. Hat jeder Ressortvorstand nicht auch einen Stellvertreter, der in solchen Fällen einzuspringen hat? Am Mittwoch Abend war er (Vorstand Bevölkerung und Sicherheit) sogar anwesend – und schwieg.
Ein weiterer Votant fragte, ob Fällanden denn wie genannt wachsen soll bei gleichzeitiger Erhaltung der Siedlungsqualität. Die Frage blieb ebenso unbeantwortet wie diejenige, warum denn die Diskussion einer Umfahrung nicht lohnend sei.
Es blieb dem aufmerksamen Zuschauer nicht verborgen, dass man ob der vielen Details in Sachen Siedlung und Verkehr auch Widersprüchliches plant und den Blick für’s Ganze verloren hat.
Vor dem Hintergrund dieses Planungsmonsters bleibt die Ernüchterung, dass es der Fällandener Gemeinderat bisher nicht schaffte, z. B. den Greifensee-Veloweg fertigzustellen oder den Platz vor der Zwickyhalle aufzuwerten.
Die beauftragten Planungsbüros haben scheinbar gute Arbeit geleistet, was aber ziemlich happige Kosten verursachen dürfte. Verantwortung dafür trägt der politische Auftraggeber. Anmerkung: Muss die Moderation immer durch Externe vorgenommen werden?
Anschliessend ging es zum gewohnten Apéro und Meinungsaustausch.
