von Hansueli Gfeller, Fällanden
Die Eigenmietwertbesteuerung ist eine «klassische Neidsteuer», die in keinem unserer europäischen Länder in vergleichender Art erhoben wird. Wer arbeitet, spart und Eigentum erwirbt, das er selbstbewohnt, wird mit dieser Steuer «abgestraft». Je mehr die Eigentümer Schulden tilgen, desto höher die Steuerbelastung. Auch der fleissige Heimwerker, der sein Heim baulich verschönert, wird durch den Mehrwert seines Hauses steuerlich bestraft. Natürlich, die hypothekengebenden Banken verlieren im Falle der Abschaffung dieser Neidsteuer ein lukratives und sehr stabiles sicheres Geschäft. Wer möchte das aufgeben?

Offensichtlich ist auch, dass diese Steuer den Verzicht zur Amortisation von Hypotheken und damit die dauernde Verschuldung der Eigentümer fördert. Wir Eigentümer bleiben damit (und besonders schmerzlich im Alter!) von unseren Banken abhängig.
Wer wirklich frei sein möchte, kann nur der, der genügend eigene Mittel hat. Im Alter doch ein schöner Vorteil, gegenüber den «hypthekengeknechteten Eigentümern. Die lächerlich tiefen Zinsen locken vielfach junge Erstkäufer ins Verderben mit hohen Verschuldungen. Das Lamento wartet um die Ecke, sobald die Zinsen wieder ansteigen und der Preis für unsere Wohlstandsgesellschaft zu berappen sein wird.
Die hundsmiserabel tiefe Eigentümerquote unseres Landes – europaweit beinahe das Schlusslicht – ist Ausdruck dieser Situation. Wollen wir wirklich ewig ein «Mietervolk» bleiben?
Wer nur ein bisschen denkt, weiss wie überreif die Zeit ist, diese unsinnige Steuer abzuschaffen.

Ich bin nicht mehr Eigentümer einer Wohnung sondern Mieter. Trotzdem finde ich dass diese „komische“ Steuer endlich abgeschafft werden muss. Wenn ich auf meinen vielen Reisen im Ausland von dieser Eigenmietwertsteuer erzähle erhalte ich überall nur ein Kopfschütteln.
In Nord, aber auch in Südeuropa kennen einige Länder eine Art der Eigenmietwertbesteuerung.
Und dies ist aus vielen Grunden auch gut so.