Die Irrfahrt geht weiter

An der Gemeindeversammlung vom kommenden Mittwoch befassen wir uns mit der Projektierung der Sanierung, Erweiterung und Umnutzung der Liegenschaft Maurstrasse 25 in Fällanden («altes Lehrerhaus»).

Das Vorhaben verdient unter verschieden Aspekten eine kritische Würdigung.

Das alte Lehrerhaus

Schulraumplanung

Die Schulraumplanung gleicht einer Irrfahrt.

2013 wurde eine teure Studie in Auftrag gegeben. Gemacht hat man etwas völlig anderes, u. a. wurde der Neubau des Kiga Lätten vorgezogen, entgegen allen Empfehlungen. In Benglen und Pfaffhausen intervenierten Bürger erfolgreich gegen diesen Schlingerkurs.

2015 wurde die Planung des Kiga Lätten abgesegnet. Wir lasen damals in der Weisung: «Verkauf der alten Kindergärten. Wenn die Neubauten für die Kindergärten und Tagesstrukturen bezogen sind, werden die Kindergartengebäude Wigarten und Breiteli nicht mehr für schulische Zwecke genutzt. Die Schule Fällanden plant die Grundstücke und die Gebäude zu verkaufen. Ein Antrag auf Umzonung wurde bei der Gemeinde eingereicht.» Wieder opponierten Bürger erfolgreich gegen die Umzonung zum Verkauf.

2020 wurde der neue Kiga mit Nebengebäude bezogen. Im gleichen Jahr wurde angrenzende Doppel-KiGa Fröschbach grundlos plattgemacht samt des grossen, schattenspendenden Baumes.

22. April 2010
5. August 2010

Der Zustand des Gebäudes war zufriedenstellend, er hätte auch aufgestockt werden können (= 4 Schulzimmer). Dort ist jetzt eine Spielwiese, obwohl gleich angrenzend eine weitere Spielwiese besteht auf Gemeindeland.

2025 verlangt man erneut mehr teuren Schulraum, von dem in dieser Form nie die Rede war.

Soviel zur kolossalen Irrfahrt.

Umnutzung altes Lehrerhaus

Zitat aus der Weisung: «Die Gebäudehülle befindet sich aktuell in einem erdenklich schlechten Zustand und muss dringend einer Sanierung unterzogen werden».

Was macht eigentlich das Ressort Liegenschaften?

Statt bestehende Möglichkeiten kostengünstig zu nutzen, will man erneut und planlos viel Geld ausgeben, als ob man es hätte.

Finanzen

Verlangt werden CHF 900’000 für die Projektierungskosten. Allerdings ist im Budget 2026 CHF 1.25 Mio eingestellt. Nachdem das Budget 2025 dafür bereits CHF 0.25 Mio ausweist, ergeben sich Kosten in der Höhe von 1.5 Mio.

Indessen stimmen wir indirekt auch über die Realisierung des Vorhabens ab, denn wir wollen die Projektierungskosten ja nicht wieder in den Sand setzen. Was sind die Konsequenzen?

Ich stütze mich auf die vorläufigen Zahlen für die Sanierung des Gemeindehauses, wo die Projektierung für CHF 1.2 Mio mit Umbaukosten von CHF 14 Mio rechnet. Nimmt man ein ähnliches Verhältnis für das Lehrerhaus an, so können wir mit Realisierungskosten von horrenden CHF 10.5 Mio erwarten.

Zentrumsplanung

Nicht genug: das Vorhaben kollidiert mit der sogenannten Zentrumsplanung. Auch wenn die Luft hier draussen ist, nachdem der Souverän den Neubau des Gemeindehauses mit Grossverteiler mit über 70% der Stimmen verwarf zugunsten der viel kostengünstigeren Sanierung.

Der Platz vor der Zwickyfabrik eignet sich hervorragend für eine zentrale Piazza nach südlichem Vorbild. Schon vor mehr als 10 Jahren wollte der GR dort etwas Parkähnliches machen. Daraus geworden ist ein Kieswüste mit teilweise fest vermieteten Parkplätzen für Alterszentrum und Flamingo. Warum hat es dort nicht genügend Plätze?

Das Lehrerhaus würde sich ja hervorragend eignen, um den Gedanken einer Piazza zu unterstützen. Zusammen mit weiteren baulichen Massnahmen (z. B. Verlegung des Müllplatzes) würde mit vertretbarem Aufwand etwas Schönes entstehen. Vielleicht sogar samt Tiefgarage, nachdem die ausserschulische Nutzung der Garage unter dem neuen Schulhaus durch die Fällander beim Versprechen blieb.

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