Weihnachten steht vor der Tür – Zeit für Hoffnungen und Wünsche. Gilt das auch für Fällanden?

Ein Wunsch wäre sicherlich, dass unsere Gemeinde künftig bewusster und verantwortungsvoller mit ihren finanziellen Ressourcen umgeht.

Anlass zu diesen Überlegungen bot mir die Budgetversammlung vom 26. November 2025. Diskutiert wurde unter anderem ein Projektierungskredit für die Umnutzung und Erweiterung der gemeindeeigenen Liegenschaft an der Maurstrasse 25 in Fällanden. In der sogenannten Primärphase wurden dafür nicht weniger als zehn Architekturbüros eingeladen. Zehn – Sie haben richtig gelesen.

(Symbolbild)

Als ein Votant aus der Gemeindeversammlung diesen finanziellen Aufwand hinterfragte, folgte eine für Fällanden – oder den sogenannten «Fällander Standard» – bezeichnende Antwort aus der Abteilung Liegenschaften: Eine Reduktion von zehn auf fünf Architekten würde lediglich Einsparungen von rund CHF 40’000 bringen. Ein Betrag, der offenbar als wenig relevant erachtet wird.

Dass es auch anders geht, zeigen andere Gemeinden. Im Anzeiger von Uster vom 20. Dezember 2025 war zu lesen, dass die Gemeinde Rüti (rund 13’000 Einwohner) ihre gemeindeeigene App My Local Services per 31. Dezember 2025 einstellt und damit jährlich CHF 10’000 einspart. Die entstehende Lücke wird unter anderem durch soziale Medien geschlossen.

Auch die Stadt Illnau-Effretikon (ca. 18’000 Einwohner) mit Parlamentsbetrieb hat im Zuge der Spardebatte Massnahmen im Kleinen beschlossen: Künftig müssen Parlamentarier Getränke an Sitzungen selbst bezahlen, um zur Reduktion des Defizits von 2,4 Mio. Franken beizutragen.

Ein weiteres Beispiel ist die wohlhabende Gemeinde Maur mit knapp 11’000 Einwohnern und einem markant tiefen Steuerfuss. Dort versuchte die Exekutive bis vor Kurzem, beim Kanton rund CHF 57’000 für Aufwände im Zusammenhang mit der Radweltmeisterschaft 2024 zurückzufordern – trotz der Tatsache, dass Maur finanziell durchaus in der Lage wäre, diesen Betrag selbst zu tragen. Gleichzeitig konnte der Steuerfuss von 85 auf 83 Prozent gesenkt werden.

Liebe «Inside Fällanden»-Leserinnen und -Leser, das Beispiel Maur zeigt, wie sorgfältig und korrekt mit Gemeindefinanzen umgegangen werden kann – in guten wie in schwierigeren Zeiten. Ein bekanntes Sprichwort sagt etwas überspitzt, dass reiche Menschen oft deshalb wohlhabend bleiben, weil sie wie arme Menschen wirtschaften – und umgekehrt.

Hoffen wir, dass Fällanden freiwillig wieder auf den Pfad der finanziellen Tugend zurückfindet, bevor aufgrund rückläufiger Unternehmenssteuern und grosszügiger Ausgaben der Steuerfuss weiter erhöht werden muss – wie es in der Budgetdebatte für 2027 bereits angedeutet wurde. Eine solche Entwicklung würde die Attraktivität der Gemeinde Fällanden für zahlungskräftige Einwohnerinnen und Einwohner weiter schmälern.

Eine Antwort auf „Weihnachten steht vor der Tür – Zeit für Hoffnungen und Wünsche. Gilt das auch für Fällanden?“

  1. Danke Rico Hauser für den Beitrag – ich schliesse mich Ihrer Hoffung an und denke – vielleicht gilt auch hier – less is more oder das Wort von Jeremias Gotthelf: «Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland.» Dann können wir als Fällander mit Fug und Recht sagen, «Die im Kanton und die oben in Bern müssen sparen resp. das Geld richtig ausgeben». Wo können und wollen wir als Gemeinde sparen?

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