Nicht nur «Red Bull» verleiht Flügel

Am Silvesterabend begab ich mich wie gewohnt mit meinem Hund «Horus» – benannt nach dem ägyptischen Tempelgott – auf den letzten Spaziergang des Jahres. Zunächst war ich angenehm überrascht, wie konsequent das neue Verbot des Abbrennens von Feuerwerkskörpern in Fällanden eingehalten wurde. Auch aus Schwerzenbach, der einzigen Nachbargemeinde mit einer vergleichbaren Regelung, war nichts zu hören.

In dieser trügerischen Ruhe ging ich entsprechend entspannt mit Horus spazieren. Lediglich wegen eines brennenden Vulkans musste ich die Richtung wechseln und bog in den Bereich der benachbarten Kirche ein. Doch auch dort stellte sich keine Sicherheit ein: Hinter dem Flamingo wurde plötzlich eine Serie von Raketen gezündet. Was folgte, war für meinen Hund purer Stress.

Unter anhaltender Knallerei gelang es mir mit letzter Kraft, den völlig aufgewühlten Hund in Richtung Bauernhaus, durch den Garten und schliesslich über die Seitentür ins rettende Haus zu bringen – begleitet von weiterem Feuerwerk. Unwillkürlich kamen mir dabei die bekannten «Red Bull»-Karikaturen in den Sinn. Die Knallerei setzte sich fort, auch aus Richtung Schwerzenbach, und dauerte bis etwa zwei Uhr morgens an. Erst nach mehreren Stunden konnte sich mein tierischer Begleiter wieder beruhigen.

So verlief unsere Silvesternacht. Bleibt zu hoffen, dass das Jahr 2026 einen besseren Auftakt nimmt.

Nachdem Horus in Sicherheit war, begab ich mich nochmals nach draussen, um mir ein Bild von den Verursachern zu machen. Es handelte sich um mehrere Familien, die den Vorfall zunächst bestritten, ihn später jedoch einräumten und sich entschuldigten. Ob die anschliessende weitere Knallerei ebenfalls von denselben Personen ausging, entzieht sich meiner Kenntnis.

Als Hundebesitzer ärgert mich dieser klare Gesetzesverstoss. Als Eidgenosse habe ich jedoch ein gewisses Verständnis für die kulturelle Bedeutung von Feuerwerk zum Jahreswechsel. Dennoch gilt: Gesetze sollten nur dann erlassen werden, wenn sie auch konsequent durchgesetzt werden – ähnlich wie beim Antichaotengesetz.

In diesem Sinne wünsche ich ein gutes neues Jahr.

4 Antworten auf „Nicht nur «Red Bull» verleiht Flügel“

  1. Gesetze müssen von allen eingehalten werden. Das Pyroinferno in Crans Montana sollte allen eine Lehre sein. Deshalb: Anzeige erstatten gegen die Verursacher der Böllerei.

  2. Mit dem Beitrag bin ich einverstanden, habe aber Mühe mit dem Begriff «kulturelle Bedeutung von Feuerwerk zum Jahreswechsel». Da fehlt mir das Verständnis absolut, jedenfalls was die private Knallerei angeht. Und das Liegenlassen von Abfall und Resten von Knallkörpern kann ja wohl kaum Kultur sein…

  3. Trotz Verbot wäre ich als Hundebesitzer nur auf eine kleine und kurze Runde gegangen. Es war ein bisschen Naive zu glauben dass das Böllerverbot eingehalten wird. Zumal ja bis weit in die Nacht Ruhe im Dorf war, erst kurz vor 12 gab es einzelne Feuerwerke und deutlich weniger als die Jahre zuvor.

  4. Sehr geehrter Herr Bräm,
    die Knallerei fand etwa 20 Meter von meinem Haus entfernt statt!!! Die Zeit : 21 Uhr 45. Ja irgendwann muss auch mein Hund mal,,,,,
    Ort: Katholische Kirche Fällanden

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