Seit Jahren gefällt sich der Fällander Gemeinderat (GR) im Zelebrieren von Volksnähe und Verständnis für die Bevölkerung, um dann doch seinen eigenen Vorstellungen zu folgen.
Die Umsetzung einer solchen realitätsfernen Vorstellung mündet nun in einen weiteren Tiefpunkt der Tätigkeit des GR bei seinem Ausflug in den Lebensmittel-Einzelhandel (LEH): die «Pfaffhüsli»-Saga.

Vor nunmehr fünf Jahren folgte der GR einigen seiner Mitglieder und wollte rund eine halbe Million Franken ausgeben für einen «Unverpackt-Laden» in der gemeindeeigenen Liegenschaft Geerenstrasse 2 in Pfaffhausen, geführt durch eine Laien-Genossenschaft und beraten durch völlig inkompetente, weltfremde und erfolglose «Berater», welche im übrigen mit ihren fremdfinanzierten Ideen selber längst gescheitert sind.
Auf Verlangen eines Bürgers stoppte der Bezirksrat dieses Projekt, welches ein damaliger Gemeinderat an der Gemeindeversammlung vorstellte, obwohl er Gründungsmitglied der Genossenschaft war und damit hätte schweigen müssen. Zweifelhafte Verwendung von Adressen aus der Gemeindeverwaltung, ein Businessplan auf Kleinkinder-Chrämerliladen-Niveau, ein Gerichtsfall, schriftliche Falschmeldungen des GR und ein neues «Projekt» für CHF 200.000 folgte (eilig vom GR selbst während einer Gemeindeversammlung abgespeckt).
Dann wurde der subventionierte Betrieb aufgenommen und es war von Anfang an klar, dass es sich nur um eine Geldvernichtung ohne jeden materiellen oder ideellen Wert handeln konnte. Auf Kosten der Steuerzahler, obwohl vor dieser unsinnigen Übung ein LEH-Profi bereitgestanden wäre, der – bei einem vernünftigen Mietzins – den Laden betreiben wollte. Aber das passte dem völlig entgleisten GR nicht.
Am 16. Juli 2025 traten dann drei von fünf Mitgliedern der Verwaltung zurück, was die sofortige Wahl von mindestens einem neuen Mitglied erfordert hätte, um die gesetzlichen Anforderungen weiterhin zu erfüllen. Das erfolgte aber nie. Besonders stossend ist dabei die Tatsache, das ein zurückgetretenes Mitglied ein Lizentiat in Rechtswissenschaften besitzt und auch dem GR angehört. Und damit bestens wusste, dass durch den kollektiven Rücktritt die Verwaltung die gesetzlichen Anforderungen nicht mehr erfüllte.
Das ist nun nicht mehr erforderlich, da die Agonie der Genossenschaft ein Ende fand. Wer zahlt? Dreimal dürfen Sie raten.
Es lohnt sich, dieses teure Debakel in einen grösseren Zusammenhang zu stellen:
Wir erinnern uns an den geplanten Verkauf des EW Fällanden, den der Souverän ablehnte. Zum Glück, wie sich dann zeigte, nachdem Bürger die Veröffentlichung des sehr unvorteilhaften Original-Vertragstextes erstritten hatten.
Dann wollte uns der GR 2023 ein neues, teures Gemeindehaus schmackhaft machen mit einem Grossverteiler samt entsprechender Tiefgarage, obwohl niemand ausserhalb der Exekutive je einen solchen Wunsch hatte. Noch heute ist nicht geklärt, wer die Idee ins Spiel brachte. Zudem wurde mit falschen Zahlen operiert, u. a. indem geschätzte ca. 1 Mio Franken Umzonungsgebühr einfach vergessen wurden. Es brauchte erneut den Souverän, der dieses Projekt mit über 75% Nein-Stimmen ablehnte.
Ein weiteres Beispiel für die notorisch dilettantische Schulhausplanung waren die Bauprojekte in Benglen und Pfaffhausen. Erneut mussten engagierte Stimmbürger die vollständige Erhaltung der Primarschulen in allen drei Gemeindeteilen und die Planung eines Sekundarschulhauses am Standort Bommern gegen den Willen des GR durchsetzen.
Wenig später wurde der Gemeindeversammlung ein Planungskredit von gegen 1 Mio Franken untergejubelt für einen wohl sündhaft teuren Um- und Anbau des Lehrerhauses beim Schulhaus Lätten, obwohl diese Liegenschaft in früheren Unterlagen nicht im Planungsperimeter enthalten war, was man dann nachträglich hineinflickte. Der Pavillon im Fröschbach wurde seinerzeit abgerissen, der KiGa Breiteli wollte man umzonen für einen Verkauf als Bauland wegen Nicht-Bedarfs (der Souverän verhinderte es). Auf der Fröschbach-Wiese wäre ein kostengünstiger Neubau möglich zu ungleich kleineren Kosten im Vergleich mit den voraussichtlichen (nie erwähnten) Kosten des jetzigen Projektes.
Zwischendurch wollte der GR das Alterszentrum Sunnetal in eine AG ausgliedern, was der Souverän deutlich verwarf. Die millionenteure Anschubfinanzierung unter Verbleib des vollen unternehmerischen Risikos bei der Gemeinde waren u. a. Gründe für die Ablehnung.
Ob der GR von seiner Absicht abrückt, eine Gemeindezeitung einzuführen (in welcher Form auch immer, aber in seiner Verantwortung), steht in den Sternen. Die immanenten Interessenkonflikte und die hohen Kosten eines solchen Vorhabens sind für ihn kein Hindernis, obwohl ähnliche Projekte in anderen Gemeinden schlingern oder gar scheiterten (in Maur fuhr der GR erst jüngst eine Niederlage vor dem Bezirksrat ein). Auch die Tatsache, dass in Fällanden seit über fünf Jahren mit «Inside Fällanden» eine elektronische Austausch-Plattform erfolgreich funktioniert ohne jeden Steuerfranken, wird geflissenlich ignoriert. Es scheint, dass der GR dieses Medium wegen seiner Unabhängigkeit mehr scheut als der Teufel das Weihwasser.
Fazit: das viele, weitgehend unnötig und mit teilweise fragwürdigen Begründungen ausgegebene Geld ist weg. Umso mehr müssen Bürger den GR bei seiner künftigen Tätigkeit kritisch begleiten, denn es kommen teure Vorhaben auf uns zu. Behörden neigen zu Grosszügigkeit beim Ausgeben unseres Steuergeldes. Schon ein etwas reduziertes Ausgabenwachstum nennen sie «sparen». An der letzten Gemeindeversammlung kündigte der RPK-Präsident bereits Steuererhöhungen an: 2% nächstes Jahr, im Folgejahr nochmals 3%, während die umliegenden Gemeinden das Steuerniveau halten oder gar senken. Tatsächliches Sparen ist ein Fremdwort. So kann es jedenfalls nicht weitergehen.
