In der Medienmitteilung des Gemeinderats Fällanden vom 21. April 2026 zeigt sich der Gemeinderat (GR) überzeugt, dass eine «umfassendere Berichterstattung über das Gemeindeleben» begrüsst wird. Wir lesen:
«Externe Begleitung des Submissionsverfahrens für Gemeindepublikation
Im Rahmen einer Informationsveranstaltung von Anfang Juni 2025 wurden mit der Bevölkerung neue Lösungsansätze zur Verbesserung der lokalen Berichterstattung diskutiert. Es zeigte sich, dass eine umfassendere Berichterstattung über das Gemeindeleben begrüsst wird. Die Herausgabe einer eigenen Gemeindezeitung wird jedoch aufgrund der Unabhängigkeit der Entscheidungsprozesse als riskant und betrieblich zu teuer bewertet. Die kostengünstigere und vom Gemeinderat bevorzugte Variante umfasst eine Gemeindepublikation in Form von «Fällander Seiten» in einer Regionalzeitung. Bei dieser vom Gemeinderat bevorzugten Variante werden von einem externen Dienstleister im Wochenturnus redaktionelle Inhalte über die Gemeinde Fällanden im Umfang von 4–5 Seiten produziert und der Bevölkerung in gedruckter und im besten Fall auch in elektronischer Form gratis zur Verfügung gestellt. Nach einer Grundsatzdiskussion über die möglichen Lösungsansätze hat der Gemeinderat entschieden, das Thema einer Gemeindepublikation weiterzuverfolgen. Aufgrund der finanziellen Grössenordnung muss – basierend auf einem klar definierten Leistungskatalog – eine Submission durchgeführt werden, bevor die Gemeindeversammlung über den Kredit abstimmen kann. Für die fachliche Begleitung der Submission bewilligte der Gemeinderat einen Kredit von CHF 17’000 zulasten der Erfolgsrechnung 2026.»
Das Projekt weckt ungute Erinnerungen an die Präsentation des «Pfaffhüsli» vor wenigen Jahren: man verkaufte den Bürgern einen sozioökologischen Wunderladen, der dann kläglich scheiterte und einen teuren Scherbenhaufen hinterliess zulasten der Steuerzahler.
Nun wiederholt sich die Geschichte. Obwohl rundherum mit Gemeindepublikationen vorwiegend schlechte Erfahrungen gemacht wurden, will der GR auch publizistisch tätig werden. Dazu will er sich «fachlich begleiten» lassen für gutes Geld. Und eine Submission ausschreiben für einige «Fällander Seiten» in einer Regionalzeitung. Diese Seiten soll ein «externer Dienstleister» im Wochenturnus produzieren.
Eine solche Ausschreibung (Submission) ist dieselbe Placeboübung wie seinerzeit das Inserat, mit welchem der Laden in Pfaffhausen ausgeschrieben wurde, obwohl das «Pfaffhüsli»-Vorhaben längst feststand. Das gleiche passiert hier: reine Augenwischerei, denn – man will die Informationen ja gratis abgeben – es kommt wohl nur ein einziges regionales und gratis abgegebenes Blatt infrage. Braucht es dazu eine «fachliche Begleitung» für teures Geld?
Hinzu kommt noch zweierlei: Trotz viel Geld, das man in die Verbesserung der Gemeinde-website steckte, ist diese noch immer grottenschlecht. Sucht man dort etwas, geht man über eine Suchmaschine, sicher aber nicht über die Suchfunktion innerhalb der Website. Hier ist Handlungsbedarf, nicht anderswo.
Des Weiteren könnte ja der GR das Gespräch aufnehmen mit der seit sechs Jahren erfolgreich – ohne teure «fachliche Beratung» – betriebenen Website «inside-fällanden.ch», um eine vernünftige und kostengünstige Informationsmöglichkeit innerhalb dieses Gefässes zu schaffen. Tut er aber nicht, denn «Inside Fällanden» ist unabhängig, wird von einigen Idealisten betrieben, und jedermann kann völlig zensurfrei innerhalb des Gesetzes mitreden.
Diese Unabhängigkeit aber will der GR nicht. Und lässt sich auch nicht von den bekannten Misserfolgen in anderen Gemeinden abschrecken. So wird das Vorhaben scheitern bzw. zur reinen Geldverschwendung verkommen wegen des immanenten Interessenkonfliktes.
Die Stimmberechtigten können das Vorhaben an der Gemeindeversammlung stoppen. Dann sind wenigstens «nur» die CHF 17’000 in den Sand gesetzt.
Roland Baldinger
Zur Transparenz: ich bin Mitglied des «Vereins Inside Fällanden», der diese Website unterhält. Diesen Artikel schreibe ich aber nicht in dieser Eigenschaft, sondern unter meinem Namen als Fällander Bürger und Steuerzahler.

Nur so zum Vergleich:
Der Betrag über 17’500 Franken, den der Gemeinderat für diese Submission zuhanden der Erfolgsrechnung 2026 der Gemeinde Fällanden gesprochen hat, entspricht ungefähr dem Betrag, den 2 (zwei) durchschnittlich Verdienende an Steuern zu entrichten haben.