Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

Die Redewendung stammt von der Christlichen Seefahrt.

Nun war das Pfaffhüsli weder christlich noch maritim unterwegs. Die Metapher ist aber durchaus zutreffend.

Am 16. Juli 2025 verliessen drei Mitglieder der fünfköpfigen Verwaltung das Gremium. Im Wissen, dass damit die statutarisch festgelegte Mindestanzahl von drei Mitgliedern in der Verwaltung unterschritten wurde. Somit waren die beiden verbleibenden Personen nicht mehr handlungsfähig ohne Neuzugang, der nie stattfand.

(Symbolbild)

Ende Januar 2026 stellte die Genossenschaft den Betrieb ein.

Im Februar 2026 schieden dann die beiden letzten Mitglieder der Verwaltung aus, darunter die Präsidentin. Die Genossenschaft stand da ohne Verwaltung und wohl auch ohne Geld.

Heute, am 12. Mai 2026, nun wurde die Vorläufige Konkursanzeige Genossenschaft Quartierladen Pfaffhausen amtlich publiziert.

Derweil gleichentags auf der Website www.pfaffhuesli.ch nach wie vor zu lesen ist: «Noch immer sind wir für den Unterhalt und die laufenden Kosten auf Ihre Unterstützung angewiesen. Gerne nehmen wir Ihre Spende an: Raiffeisenbank Flughafen Zürich, IBAN: CH73 8080 8009 2409 9323 8. Vielen herzlichen Dank.»

Alle Verantwortlichen – teils mit juristischem oder ökonomischen Hochschulabschluss – haben sich aus dem Staub gemacht. Die Stimmbürger löffeln die Suppe aus, das Lokal wirft keinen Mietzins ab, der Gemeindepräsident wird das wohl als weiteren Abstimmungserfolg verbuchen.

Eine Antwort auf „Die Ratten verlassen das sinkende Schiff“

  1. Was für eine feine «konkursite» Gesellschaft wir da in Pfaffhausen doch haben. Bravo! Die Metapher mit den Ratten. Passend. Verantwortlich zeichnen: Eine GLP-Gemeinderätin, ihr ehemaliger GLP-Partei-Buddy, der heute «parteilos» amtierende Gemeinderat und Werkvorstand, präsidial flankiert und eine über alles erhabene «Präsidentin».

    Die «Genossenschaft Quartierladen Pfaffhausen», zur Führung eines ökologisch nachhaltigen Lebensmittelladens auf Basis eines «Unverpackt»-Konzepts. Niemand wollte es. Aber die Damen vom Vorstand mussten sich ja das Lokal wider besseres Wissen unbedingt unter den Nagel reissen. Davongeschlichen. Stoisch. Einen Scherbenhaufen hinterlassen. Der Steuerzahler bezahlt. Wer die ganze Story hinter dieser Misere kennt, dem wird schlecht. Hier ein Einblick in diese beschämende Kläglichkeit. Aber es kam dann noch dreister.

    Demnächst wird uns wohl ein Spielmeister aufgetischt, der die noble Gesellschaft auf Steuerkosten im Lokal bespielen soll. Forderungen sind wir uns von da oben gewohnt. Der Steuerzahler bezahlt. Und die gleiche GLP-lastige Truppe will uns nun eine Auslagerung der Gemeindewerke in eine AG schmackhaft machen? Finger weg!

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