von Mario Solis, Mitglied der Schulpflege Fällanden und Vater von 4 Kindern, Pfaffhausen
Am Dienstag, 26. Mai 2026, habe ich an einer Weiterbildung zum Thema Schulabsentismus teilgenommen. Der Anlass brachte verschiedene Fachperspektiven zusammen: Schulpsychologie, Schulsozialarbeit, Schulleitung, Betreuung/Hort, Prävention und weitere Fachstellen.

Für mich wurde an diesem Abend nochmals deutlich: Wenn ein Kind der Schule fernbleibt, immer wieder zu spät kommt oder sich innerlich zurückzieht, geht es selten nur um einzelne Fehltage oder fehlende Disziplin.
Oft stehen dahinter Unsicherheit, Angst, Überforderung, familiäre Belastungen, soziale Dynamiken, psychische Erschöpfung oder ein langsamer Verlust von Beziehung und Vertrauen.
Mich hat dieses Thema auch persönlich berührt. Ich kenne als Vater die Versuchung, solche Zeichen zuerst als Unwille, Trotz oder mangelnde Motivation zu deuten. Später kann schmerzhaft klar werden: Vielleicht konnte ein Kind innerlich schon länger nicht mehr gut. Vielleicht hätte es früher mehr Verbindung, mehr Verständnis und mehr Unterstützung gebraucht.
Darum schreibe ich bewusst auch persönlich. Scham verhindert bei diesem Thema sehr viel. Viele Eltern versuchen schwierige Situationen zu verstecken, zu erklären oder irgendwie zu überbrücken. Viele möchten stark wirken. Viele möchten ihr Kind schützen. Viele haben Angst, falsch beurteilt zu werden.
Genau hier braucht es frühes Hinschauen, ruhige Präsenz und echte Fragen:
- Was zeigt uns diese Situation?
- Was braucht dieses Kind?
- Was brauchen die Eltern?
- Was braucht die Schule, damit Rückkehr und Teilhabe wieder möglich werden?
Früh Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Scheitern. Es ist ein Schritt von Verantwortung.
Schulabsentismus ist mehr als Abwesenheit. Er zeigt oft, dass Beziehung, Sicherheit, Orientierung und Unterstützung neu aufgebaut werden müssen.
Den ausführlichen Beitrag gibt es hier.
