Am 14. Juni 2026 stimmen wir ab über die kommunale Vorlage «Ausgliederung Gemeindewerke».
In der Lokalpresse* äussert sich der zuständige Ressortvorsteher im Fällander Gemeinderat (neben anderen erstaunlichen Aussagen) wie folgt zur Vorlage: «Wir sind in diesem langwierigen, trägen Prozess gefangen. Dabei brennt es uns unter den Fingernägeln, weil wir spüren, was die Bevölkerung will.»
Das ist bereits Realsatire. Spürte der Gemeinderat, was die Bevölkerung will
- beim abgelehnten Verkauf des EW?
- bei der für viele unbrauchbar gewordenen Personenunterführung beim Schulhaus Lätten?
- beim vorgeschlagenen Palast für Grossverteiler mit Räumen für die Gemeindeverwaltung?
- bei der notorisch dilettantischen Schulraumplanung?
- bei der lausig vorbereiteten Vorlage zur Auslagerung des Alterszentrums Sunnetal?
- bei der «Pfaffhüsli»-Geldvernichtung etc. ?
Eine fundierte Meinungsbildung bleibt für den Stimmbürger trotz der lesenswerten Debatte auf «Inside Fällanden» schwierig.
Ich ziehe daher die Erfahrung mit den oben zitierten Geschäften heran. Das Fazit kann nur ernüchternd sein. Was würde heute in Fällanden sein, hätten die Stimmbürger nicht wiederholt korrigierend eingegriffen?
* Glattaler vom 29.05.2026, Seite 26

unter dem Moto:
„Wer nur zurückschaut, verpasst die Zukunft.“
empfehle ich ihnen geschätzte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Fällanden folgende Veranstaltung:
Für eine fundierte Meinungsbildung bietet sich sehr gut die Podiumsdiskussion «Ausgliederung Gemeindewerke» am Dienstag, 2. Juni 20226, um 19:00 Uhr in der Zwicky-Fabrik an.
https://www.faellanden.ch/anlaesseaktuelles/7522339
Dazu ein poetischer Gedanke:
„Die Vergangenheit erklärt, aber sie führt nicht. Vorwärts geht’s nur mit Mut.“
Schöne Sprichworte ersetzen nicht das Handeln. Es wird immer moniert, dass die Vergangenheit «hervorgeholt» wird. Wir alle sind ein Produkt der Vergangenheit. Lehren können nur gezogen werden, wenn die Vergangenheit bekannt und analysiert wird. Zur politischen Vergangenheit muss erwähnt werden, dass die Mannschaft nur marginal erneuert wurde, sodass ähnliches zu erwarten ist.
Dazu ein schöner ausgeliehender Gedanke:
«Die Hoffnung stirbt erst am Schluss»
Der Punkt mit der institutionellen Erfahrung ist wichtig.
Gerade deshalb braucht diese Vorlage eine sachliche Diskussion über Transparenz, Kontrolle und Verantwortung. Entscheidend ist für mich, dass die Gemeinde Eigentümerin bleibt, die strategische Steuerung klar geregelt ist und Reporting, Rechnung, Budget und Investitionen gegenüber der Bevölkerung nachvollziehbar bleiben.
Mehr operative Handlungsfähigkeit ist sinnvoll und nötig. Klare politische Verantwortung und laufende Kontrolle durch den Souverän sind dabei ein Muss.
Darum ist die Podiumsdiskussion wichtig: Fragen stellen, Argumente hören und sich eine fundierte Meinung bilden.
Im Wissen um die langjährige, misswirtschaftliche Fällander Geschichte, ist das Heranziehen von allgemeingültigen Zitaten eine etwas gar vereinfachte Sichtweise. Ernüchternd!
Führung ohne Bezug zur Vergangenheit schafft keine Zukunft. Es ist denn auch nicht die Abwesenheit von Mut.
Vielmehr ist es das Verkennen eines systemischen Versagens: Seit über 50 Jahren wird diese Gemeinde massgeblich von einer kleinen Gruppe, einer einzigen Partei, vor sich hergetrieben. Jeweils unter anderen Vorzeichen, je nach Partikularinteressen, die es zu bedienen gilt. Das Netzwerk dazu gut alimentiert, finden sich auch immer wieder Bereitwillige, ganz in Anlehnung an die «Pinocchio-Figur», welche uns Projekte in diesem Sinne als alternativlos anpreisen oder auch mal nicht genehme Tatsachen ungestraft im Glattaler als Gerücht darstellen.
Jeweils fix- und pfannenfertig bis ins Detail aufgegleist, werden wir so an Informationsveranstaltungen mit Verdunstungscharakter im Glauben gelassen, dies sei im Interesse von uns allen. Seitenweise Abstimmungsunterlagen und Weisungen werden verfasst, deren ausgewogener, umfassender Inhalt in Frage gestellt werden muss, wie z.B. bei der als irreführend zu lesender Weisung vom 13.05.2020 betreffend Geerenstrasse 2, Pfaffhausen. Die Causa «Pfaffhüsli» der «Sängglen-Connection» ist denn nicht einfach nur «schlecht gelaufen»! Das hat System! Von der Projektverfassung, über die Mitwirkung in der Verwaltung bis zum finanziellen Vollcrash liegt die Verantwortung dazu weitgehend bei den selbigen Gemeinderäten und Parteivertretern, die nun plakativ mit der Teilausgliederung in eine «Werke AG» schon in der nächsten Causa zusammenstehen und erneut vollmundige Versprechungen von sich geben. Und dabei ganz nebenbei unsere wichtigen, direktdemokratischen Mitspracherechte kassieren möchten. Nur diesmal liegt das finanzielle Risiko für den Steuerzahler in letztendlich subsidiärer Haftung für eine «Werke AG» um einen entscheidenden Faktor höher! Denn, tiefe Energie- und Wasserkosten haben wir heute schon:
Die Gemeindewerke Fällanden liegen im kantonalen Vergleich der Zürcher Gemeinden (Jahre 2020 bis 2026) bei den Elektrizitätsgebühren mit einem Mittelwert von 22.04 Rappen/kWh nach den Gemeindewerken Bubikon an zweitbester Stelle. Bei den Netznutzungsgebühren mit einem Mittelwert von 8.20 Rappen/kWh nach Bubikon und dem EKZ an drittbester Stelle. (Quelle: https://www.strompreis.elcom.admin.ch/)
Kompetenzen und Agilität werden auch ohne Teilausgliederung in eine «Werke AG» erhalten bleiben. Denn das Beschaffungswesen der Gemeindewerke Fällanden am Energiemarkt erfolgt heute im regionalen Verbund lokaler Energie- und Wasserversorger aus dem Glattal durch eine interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) und wird durch die direktdemokratische Einflussnahme im operativen Geschäft also nicht etwa gehindert, sondern liegt ohne «lähmende Wartezeiten» in der Kompetenz der Tiefbau- und Werkkommission Fällanden. Die Kooperationsbereiche der IKZ sichern die professionelle Eigenständigkeit und stärken die Werke im Wettbewerb. Synergien werden geschaffen, Verwaltungsprozesse optimiert. Durch die interkommunale Zusammenarbeit profitieren die Gemeindewerke Fällanden im regionalen Verbund auch ohne Teilauslagerung weiterhin von Know-how-Transfer und Ressourcen für Spezialaufgaben und somit einer jederzeit adäquaten Handlungs- und Konkurrenzfähigkeit in einem politisch getriebenen Energiemarkt. https://www.energieinside.ch/unternehmen/gemeindewerke-faellanden
Von grosser finanzieller Tragweite wird denn die Frage sein, ob die Planung neuer Infrastruktur-Projekte, sofern deren Bedarf überhaupt plausibel dargelegt werden kann, im Alleingang von der Gemeinde Fällanden oder vorzugsweise im Contracting erfolgen sollen. Der entscheidende Faktor ist also nicht per se die Eigenproduktion, sondern, wenn schon, die ausgewiesene Wirtschaftlichkeit dazu! Diesen Beweis, insbesondere zur angedachten Fernwärme aus der ARA im Unterdorf Fällanden mit überproportional hohen Investitionskosten, ist der zuständige Gemeinderat bis heute schuldig geblieben. Mit einer Teilauslagerung in eine AG kann lästigen Fragen u.a. nach der Wirtschaftlichkeit (oder auch einem effektiven Bedarf mit ausreichender Abnehmerschaft) natürlich elegant ausgewichen werden. Auch für die Umsetzung von lokalen Elekrizitätsgemeinschaften (LEG) oder Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (ZEV) braucht es für die Werke Fällanden keine Änderung der Rechtsform. Die Gemeindewerke fungieren hier primär als übergeordnete Verteilnetzbetreiber, als Lieferant von Reststrom oder als Abnehmer von Überschussenergie und als Verwalter der Netzinfrastruktur. Das revidierte Energiegesetz schreibt Gemeindewerken lediglich eine strikte Trennung der Rechnungslegung durch Trennung von Netzbetrieb und Energievertrieb vor (Unbundling). Private oder konkurrierende Anbieter sollen dadurch keinen Wettbewerbsnachteil erfahren.
Die Teilausgliederung von Gemeindewerken in eine Aktiengesellschaft ist somit keine «überfällige Professionalisierung» per se, sondern primär ein strategischer, höchst umstrittener Schritt ohne nachweisliche Vorteile im operativen Geschäft, hingegen mit überwiegenden Risiken und dem Wegfall der direktdemokratischen Mitwirkung der Stimmberechtigten hinsichtlich Budget- und Investitionsentscheiden, mit letztendlich subsidiärer Haftung durch den Steuerzahler!