Demokratie beginnt in der Nähe

von Mario Solis, Pfaffhausen

Hier in Fällanden lebt unsere Gemeinde von Menschen, die bereit sind, konkrete Verantwortung zu übernehmen. Das lokale Leben braucht Menschen, die mitgestalten, organisieren, zuhören, entscheiden und Aufgaben tragen, die Zeit, Präsenz und Verantwortung verlangen, oft parallel zu Beruf, Familie und Privatleben. Genau das ist der Kern unseres Milizsystems.

(Foto vom Autor bewusst unscharf eingereicht)

Heute wirkt dieses Gleichgewicht zunehmend fragil. Viele Vereine haben Mühe, neue Personen für Vorstandsämter und verantwortliche Aufgaben zu finden. Kulturelle und gemeinschaftliche Aktivitäten hängen oft von denselben Menschen ab. Das kann auf Dauer nicht gesund sein. Selbst für einen Elternrat wird es teilweise schwierig, engagierte Eltern zu finden. Viele erkennen die Bedeutung von Schule und Gemeinde, aber nur wenige können langfristig Verantwortung übernehmen.

Die Folgen sind leise, aber tiefgreifend. Wenn sich weniger Menschen beteiligen, gelangen weniger Stimmen in den Prozess. Weniger praktische Erfahrung fliesst in Entscheidungen ein. Die Verbindung zwischen Bevölkerung und Institutionen wird schwächer. Schritt für Schritt beginnt das Gemeindeleben von einer immer kleineren Gruppe abzuhängen.

Gerade deshalb verdienen lokale Themen unsere volle Aufmerksamkeit. Kultur, Schule, Vereine, Infrastruktur, Begegnungsorte und öffentliche Dienstleistungen bestimmen unsere tatsächliche Lebensqualität. Eine Gemeinde gewinnt an Stärke, wenn sie erkennt, dass jede lokale Entscheidung auch eine Entscheidung darüber ist, welche Art von Zusammenleben sie erhalten und weiterentwickeln möchte.

Am Sonntag, 14. Juni 2026, stimmen wir in Fällanden über die Zukunft von Strom, Wasser und Wärme ab. Die Ausgliederung der Gemeindewerke betrifft damit Bereiche, die unseren Alltag direkt prägen. Für mich bedeutet ein JA die Unterstützung einer Struktur, die rechtzeitig handeln kann, im Eigentum der Gemeinde bleibt und politisch kontrolliert wird.

Wer lokale Demokratie ernst nimmt, schaut gerade bei solchen Vorlagen genau hin, stellt Fragen und stimmt bewusst ab. Auch wenn nationale Themen oft mehr Aufmerksamkeit erhalten, dürfen lokale Entscheidungen nicht aus dem Blick geraten. Denn sie prägen unseren Alltag oft unmittelbarer.

Eine Antwort auf „Demokratie beginnt in der Nähe“

  1. Lieber Mario
    Herzlichen Dank für deinen unermüdlichen Einsatz für unsere Gemeinschaft. Es war schön mit dir und weiteren Persönlichkeiten am Dorfmarkt sich für eine gute Sache einzusetzen und wir sind zuversichtlich am 14. Juni. Viele Besucher konnten wir überzeugen. Die Gegner blieben alle fern. Gemeinnutz vor Eigennutz war die Losung am Samstagmorgen. Vielen Dank euch allen.

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