von Huldrych Thomann, Benglen
Zwei Fällander Ortsparteien (FDP und GLP) treten für eine Ausgliederung der Werke und für deren Umwandlung in eine selbständige Aktiengesellschaft ein. Die SVP und Die Mitte sowie die RPK sind gegen diese Vorlage. Die SP hat Stimmfreigabe beschlossen.
Soeben hat man im Briefkasten nun ein Flugblatt der FDP und der GLP (sprich: der «Liberalen» und der «Grünliberalen») finden können. Darin steht unter anderem dieser Satz: «Die Verantwortung und die strategische Steuerung bleiben bei der Gemeinde.»
Diese Aussage widerspricht diametral einer Feststellung, welche der Gemeinderat auf Seite 12 seines Beleuchtenden Berichtes gemacht hat. Unter dem Titel «Trennung von politischer und strategischer Führung» hat der Gemeinderat hier wörtlich Folgendes ausgeführt: «Nach der Ausgliederung werden künftig die politische und die strategische Führung getrennt. (…) Heute liegt die Verantwortung für die Gemeindewerke bei der Tiefbau- und Werkkommission. Bei der Aktiengesellschaft liegt die Verantwortung für die strategische Unternehmensführung neu beim Verwaltungsrat (…). Als Eigentümerin und alleinige Aktionärin gibt die Gemeinde Fällanden dem Unternehmen weiterhin die gewünschten politischen Ziele und Rahmenbedingungen vor. Die unternehmerische Umsetzung liegt dann in der Verantwortung des Verwaltungsrats.»
Diese Vision des Gemeinderates wird bereits auf Seite 5 des Beleuchtenden Berichtes deutlich gemacht: «Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass mit klaren unternehmerischen Strukturen und der Trennung von politischer und strategischer Führung die anstehenden Herausforderungen am besten wahrgenommen werden können.»
Dass dies eine massive Einschränkung der demokratischen Mitbestimmung bedeuten würde, ist auch dem Gemeinderat klar. Er sagt es selbst auf Seite 6 des Beleuchtenden Berichtes mit folgenden Worten: «Die demokratische Mitwirkung der Stimmberechtigten entfällt.»

Danke für die genaue Einordnung.
Ich verstehe den Punkt zur strategischen Unternehmensführung. Genau hier ist die Unterscheidung wichtig: Die operative und unternehmerische Führung gehört zum Verwaltungsrat und zur Geschäftsleitung. Dort braucht es Fachkompetenz und klare Verantwortung.
Wenn im Flyer von strategischer Steuerung durch die Gemeinde die Rede ist, verstehe ich das im Sinne der politischen Eigentümersteuerung: Die Gemeinde bleibt Eigentümerin und setzt über die Eigentümerstrategie die politischen Ziele und Rahmenbedingungen.
Für mich ist entscheidend: Die demokratisch legitimierte Ebene soll nicht das operative Geschäft führen, sondern Ziele, Rahmen, Verantwortung und strategisches Controlling sicherstellen.
Gerade bei Strom, Wasser und Wärme ist diese saubere Rollentrennung sinnvoll.
In Volketswil wird derzeit das grösste Rechenzentrum der Schweiz gebaut. Gemäss den Projektunterlagen wird es einen Spitzenleistungsbezug von bis zu 100 MW haben, was in etwa der Volllast aller Haushalte der Stadt Winterthur entspricht. Soviel Rechenpower muss auch ordentlich gekühlt werden. Das Rechenzentrum wird zukünftig etwa 70 MW Abwärme in Form von 35-45°C warmen Wassers generieren. Die Gemeinden Volketswil, Greifensee, Schwerzenbach und Effretikon haben deshalb gemeinsam geplant damit über 7000 Haushalte mit C02 neutraler Wärme zu versorgen. Die gerade mal 2 km Luftlinie vom zukünftigen Rechenzentrum entfernte Gemeinde Fällanden möchte jedoch stattdessen lieber das 10-20°C warme Abwasser der ARA mit einem Energiegehalten von ca. 3.5 MW nutzen und dieses mit zusätzlichen ca. 1.5 MW Leistungsbedarf auf die für die Fernwärme notwendige Betriebstemperatur aufwärmen. Diese nachhaltige Form der Abwasserwärmenutzung wäre sicherlich auch eine ökonomisch sinnvolle Energiegewinnungsart, würde nicht gerade das zukünftig, grösste Rechenzentrum der Schweiz in der Nachbarschaft gebaut. Es stellt sich deshalb durchaus die Frage, was denn nun für die Gemeinde Fällanden sinnvoller ist; ein komplett eigenes, entkoppeltes Fernwärmenetz aufzubauen und die Abwärme der ARA zu nutzen oder sich allenfalls am zukünftigen aus dem Rechenzentrum gespiesene Fernwärmenetz anzuschliessen? Wäre allenfalls auch eine Kombination von beiden Abwärmenutzungen eine Lösung? Keine triviale Ausgangslage für den zukünftigen Verwaltungsrat der Werke Fällanden AG. Sollen wir als Stimmbürger darüber erleichtert sein, dass wir womöglich bald nicht mehr über solche Fragen debattieren und entscheiden müssen?
Beides in Kombination ist sicher eine gute Idee und muss abgeklärt werden. Aber wollen wir wirklich so einen Entscheid – der die Zukunft Fällandens für Jahrzehnte prägt – tatsächlich einem durch Beziehungen und Netzwerk oder Parteizugehörigkeit zusammengestellen Verwaltungsrat überlassen (so läuft es nunmal in der Praxis)? Ich denke, da müsste schon der Stimmbürger mitreden und mitbestimmen.
Der Gemeinderat sollte diese Varianten offen, nachvollziehbar und mit belastbaren Zahlen zu Investitionskosten, Betriebskosten, Versorgungssicherheit, Abhängigkeiten, ökologischer Wirkung und langfristigen Risiken darlegen. Erst auf dieser Grundlage können die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger beurteilen, welche Lösung für Fällanden wirklich sinnvoll ist..
Lieber Herr Schelling
Im Beleuchtenden Bericht steht alles drin. Die Zukunft der Werke hängt davon ab, ob es gelingt sich dem sich rasant ändernen Marktumfeld anzupassen. Und das ist nur mit der Ausgliederung zu schaffen. Diese Konsequenz haben die meisten Gemeindewerke im Kanton Zürich erkannt und entsprechend gehandelt. Die neue AG hat den gleichen Versorgungsauftrag, die gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen. Und sie kann schnell agieren und nicht langsam reagieren. Das ist der Kernpunkt. Wenn wir weitermachen wie bisher, werden wir in spätestens fünf Jahren die Gemeindewerke verkaufen müssen. Wir werden fähige Mitarbeiter der Werke verlieren. Wir werden nur Nachteile haben, wenn wir mit Nein stimmen.
Ich teile die Besorgnis, dass wir unsere direktdemokratische Mitwirkung nicht preisgeben sollten.
Ohne die Mitwirkung der Stimmberechtigten (Gemeindeversammlung oder Urne) – gelangen wir u.U. auch «schneller, flexibler und agiler» zu möglichen, strategischen Budget- und Investitions-Fehlentscheiden.
Mit einer geradezu verdächtigen Hartnäckigkeit wird die Auslagerung der Gemeindewerke in eine «Werke Fällanden AG» als sakrosankt beworben.
Transparenz wird versprochen. Von jenen, die eine umfassende Information den Steuerzahlenden gegenüber gerne als Holschuld verstehen, mit dem Verweis auf eine Homepage, deren Unstrukturiertheit bis heute seinesgleichen sucht. Von einem Gemeinderat, dessen Fehlplanungen in wesentlichen Dossiers in mindestens den letzten zwei Legislaturperioden nur durch die Mitwirkung vom Souverän weitgehend gestoppt werden konnten.
Der Alleingang zur «Abwärmenutzung ARA Bachwis» ist vom Gemeinderat bereits beschlossene Sache. Die nachhaltige Finanzierung dazu hingegen noch ungewiss.
Das ist vermutlich auch mitunter der Grund für die Dringlichkeit, mit welcher die Steuerzahlenden, unter Aufgabe der direktdemokratischen Mitwirkung, zur Annahme der Auslagerung in eine «Werke Fällanden AG» getrieben werden sollen.
Dann nämlich werden solch umfangreiche, strategische Budget- und Investitions-Entscheide nicht mehr wie bisher von der Stimmbevölkerung verabschiedet werden können (Beleuchtender Bericht, Seite 8/75). Deren Mitwirkung beschränkt sich diesbezüglich ggf. höchstens noch auf die Finanzierung von Investitionsplanungen einer «Werke Fällanden AG», unter welchem Titel auch immer.
Gemäss Vorprojekt «Abwärmenutzung ARA Bachwis» wurde für die Vollkostenberechnung der Wärmegestehungskosten aus Kundensicht die statische Annuitätenmethode angewandt. Das kann dazu führen, dass der Wärmepreis in der Anfangsphase künstlich zu niedrig oder bei teuren Ersatzinvestitionen zu hoch berechnet wird. Zudem blendet die statische Methode künftige Preissteigerungen (z.B. Strom für die Wärmepumpen) oder Inflation aus. Und Wärmepumpen werden bei diesem Projekt mit einem «kalten Fernwärmenetz» auf Kosten der Eigentümer in jedem angeschlossenen Gebäude (egal ob EFH oder MFH) zwangsläufig zusätzlich zu installieren sein.
Es muss daher insbesondere aus Kundensicht und aus Sicht der Steuerzahler zum jetzigen Zeitpunkt von einer beschönigenden, verzerrten Wirtschaftlichkeitsprognose ausgegangen werden.
Die Wirtschaftlichkeit aus Sicht des Netzbetreibers basiert auf einer dynamischen Rechnung (Discounted-Cash-Flow-Methode), aber lediglich auf Annahmen, ausgehend von einer rein hypothetischen, kundenseitigen Nachfrage, bei gegebenen Investitionskosten für die Etappe 1 von knapp 6.0 Mio und in Etappe 2 von 7.85 Mio. Keine gute Voraussetzung für eine transparente Investitionsstrategie.
Wir wissen zudem aus zahlreichen Beispielen, dass die «Public Corporate Governance» nicht vor Missmanagement durch einen Verwaltungsrat schützt und letztendlich die finanzielle Haftung gerne bei den Geschädigten oder Steuerzahlern in Millionenhöhe hängen bleibt.
Nur dank der demokratischen Mitwirkung konnten in dieser Gemeinde kostenintensive Fehlplanungen durch den Souverän korrigiert und weiteren finanziellen Schaden für die Steuerzahlenden abgewendet werden.
Was geschieht bei einer Ablehnung? Die Gemeindewerke bleiben eine Abteilung der Gemeindeverwaltung und erledigen ihre Aufgaben wie bis anhin auf der Grundlage ihrer aktuell gültigen Rechtsgrundlagen (Beleuchtender Bericht, Seite 6/75)
Danke für den interessanten Hinweis.
Für mich zeigt dieses Beispiel sehr gut, wie komplex und regional vernetzt Energie- und Wärmefragen geworden sind. Genau deshalb ist die Vorlage für Fällanden wichtig.
Eine gemeindeeigene Werke AG kann solche Optionen fachlich prüfen, Kooperationen vorbereiten und Gespräche mit regionalen Partnern rascher und verbindlicher führen. Gleichzeitig bleibt die Gemeinde Eigentümerin und setzt über die Eigentümerstrategie die politischen Ziele und Rahmenbedingungen.
Ob ARA-Wärme, regionale Fernwärme oder eine Kombination sinnvoll ist, muss sorgfältig geprüft werden. Gerade dafür braucht es aus meiner Sicht Strukturen, die fachlich stark, transparent und handlungsfähig sind.
Gegendarstellung: Strategische Führung bleibt in Gemeindehand – Fakten statt Polemik
von KAW-Komitee Ausgliederung Werke (Fällanden)
Huldrych Thomann, Präsident der SVP Fällanden, wiederholt in seinem Artikel vom 9. Juni 2026 Argumente, die einer nüchternen Prüfung nicht standhalten.
Zur angeblichen «Entziehung» der strategischen Führung
Herr Thomann zitiert selektiv aus dem Beleuchtenden Bericht, um den Eindruck zu erwecken, die Gemeinde verliere die Kontrolle über die Werke. Das Gegenteil ist wahr. Die Gemeinde bleibt zu 100% Alleinaktionärin, bestimmt sämtliche Verwaltungsräte, gibt die Eigentümerstrategie vor und kann dem Verwaltungsrat verbindliche Vorgaben machen. Was geschieht, ist keine Machtabgabe, sondern eine professionelle Trennung von politischer Zielvorgabe und operativer Umsetzung – in jedem gut geführten kommunalen Unternehmen der Schweiz eine Selbstverständlichkeit.
Der zitierte Satz «Die demokratische Mitwirkung der Stimmberechtigten entfällt» bezieht sich ausschliesslich auf Detailentscheide der laufenden Geschäftsführung – nicht auf Grundsatzentscheide. Diese verbleiben beim Gemeinderat. Die Stimmberechtigten entscheiden heute, am 14. Juni, über die Weichenstellung. Das ist direkte Demokratie.
Zum Begriff «strategische Führung»: Strategos bedeutet «Heerführer», nicht «Volksversammlung». Kein seriöses Managementmodell delegiert Strategie ans Kollektiv – sie wird von der Führung entwickelt und vom Eigentümer kontrolliert.
Zu den Motiven
Die SVP ist seit Jahren nicht mehr im Gemeinderat vertreten und lebt von ihrer Oppositionsrolle. Herr Thomann kandidierte im April 2026 selbst für den Gemeinderat – und verpasste das absolute Mehr deutlich. Wer kurz nach einer Wahlniederlage eine Vorlage des amtierenden Gemeinderates bekämpft, muss sich Fragen zur Sachlichkeit seiner Motivation gefallen lassen.
Bemerkenswert: Die Werkkommission, die mit der Ausgliederung aufgelöst würde, spricht sich geschlossen für die Vorlage aus – die Fachleute vor Ort also, mit direkten Kenntnissen des Betriebs.
Fazit
Wer selektiv zitiert und auf Verunsicherung setzt, liefert keinen sachlichen Beitrag. Die Werke Fällanden AG schafft professionelle Strukturen, sichert die Gemeindeautonomie als Alleinaktionärin und stärkt die lokale Infrastruktur. Deshalb: JA am 14. Juni 2026.
Im Grossraum Zürich gibt es aktuell rund 10 grosse Rechenzentren internationaler Anbieter.
Im Rahmen der Kommunalen Energieplanung 2025 Volketswil realisiert die Firma energie 360° ohne Steuergelder der Gemeinden ein Wärmenetz für Volketswil, Greifensee, Schwerzenbach und Effretikon. Dies mit der Abwärme des von der Firma Vantage Data Centers (VDC) noch zu erstellenden Rechenzentrums (RZ). Die US Firma VDC betreibt bereits in Winterthur und Glattfelden grössere RZ.
Liegenschaftsbesitzer haben teilweise Vorverträge abgeschlossen. Je nach Anzahl der Vorverträge wird dann ab den Hauptleitungen – unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit – eine Erschliessung realisiert. Der Rohrleitungsbau ist sehr zeit- und kostenintensiv (ca. CHF 1000 – 2’000/Laufmeter).
Mit dem RZ-Bau wurde noch nicht begonnen! Es wird damit gerechnet, dass erst ab 2029 das RZ in Betrieb geht und erste kleinere Mengen Abwärme liefert. Bis die deklarierte Abwärmeleistung von 70 MW zur Verfügung steht, kann es längere Zeit dauern, da das RZ zuerst weitgehend «gefüllt» werden muss. Dies in Konkurrenz zu den bestehenden RZ im Grossraum Zürich.
Die benötigte Wärme muss ab Herbst 2027 (Startphase) ab der Heizzentrale beim Parkplatz Milandia vorerst mit Gas und/oder Wärmepumpen mit Zusatzkosten erzeugt werden.
Energie 360° hat mit der Gemeinde Fällanden vor ca. einem Jahr Gespräche geführt.
Basierend auf dem vorgestellten Projekt «Wärmenutzung der ARA» macht ein Anschluss an den Energieverbund, auch wegen der Realisierungszeit, aus Sicht beider Seiten keinen Sinn. Vor allem, da die erste Etappe der Abwärmenutzung (Industriegebiet) bereits seit längerer Zeit in Betrieb ist. Bevor der Technologie-Entscheid vor 9 Jahren (!) gefällt wurde, ist heisse gegen kalte Fernwärme sehr wohl abgewogen worden.
Im RPK-Abschied schrieb die RPK (Präsident a.i. Andreas Niederer): «Mit der grösseren unternehmerischen Eigenständigkeit der ausgelagerten Werkbereiche können jedoch auch zusätzliche finanzielle Risiken verbunden sein».
Mit dem obigen Beitrag skizziert Herr Niederer, wie man die Risiken und die Kosten maximieren kann …. Solche Risiken geht die Werke AG sicher nicht ein!
Zudem kann Jede und Jeder die Frage selbst beantworten: welches Infrastruktur-Projekt zur Wärmeversorgung ist sicherer/zuverlässiger für die nächsten 30 – 40 Jahre: Abwärmenutzung ab der Kläranlage oder ab einem Rechenzentrum?
Falls der Kredit «Wärmenutzung ARA» Ende 2026 von der Fällander Gemeindeversammlung bewilligt wird, kann bereits mit dem Bau 2027 begonnen werden.
Zum Schluss noch ein paar technische Bemerkungen:
Die Temperatur der Wärmequelle (Abwärme ARA oder Rechenzentrum) ist nur die halbe Wahrheit. Die Temperatur, die die Wärmepumpe liefern muss, ist die andere. Diese Temperatur ist in Fällanden tief, da die Wärmepumpe im Haus steht und meistens auf niedrige Heiztemperatur (Bodenheizung!) beschränkt werden kann. Im Fall heisse Fernwärme ab Rechenzentrum muss eine massiv höhere Temperatur erzeugt werden, damit in den Häusern (mit Radiatoren-Heizung, Boiler-Ladung) das nötige Temperaturniveau erreicht wird. Zudem sind auch die Wärmeverluste der heissen Fernwärme in einem Kilometer-langen Netz von der Heizzentrale in Volketswil zu den Verbrauchern zu berücksichtigen. Für den Stromverbrauch der Wärmepumpe ist die nötige Temperatur-Erhöhung entscheidend.
Die Aussage, «dass es nur 2 km» sind bis an die Gemeindegrenze, bedeutet konkret: allein diese Leitung kostet zwischen 2 und 4 Mio. Fr. Ab Gemeindegrenze muss dann das gleiche Leitungssystem wie mit der ARA-Abwärme-Nutzung erstellt werden – ist aber teurer, da u.a. hochisolierte Leitungen nötig sind.
Schliesslich: eine Kombination beider Systeme (heisst 2 parallele Systeme!) ist schlicht undiskutabel.
«Keine triviale Ausgangslage für den zukünftigen Verwaltungsrat der Werke Fällanden AG»: die Kompetenz des VR wird sicher zu seriösen, für die Fällander Bevölkerung optimalen Entscheiden führen. In Sachen Abwärmenutzung ist er mit dem Betrieb der ersten Etappe ohnehin schon gefällt.
Frage an Herrn Niederer: Warum haben Sie sich nicht zuerst bei der Gemeinde Fällanden erkundigt? Stichwort: Miteinander reden!
Vielen Dank für ihre ausführliche Gegenkommentar Herr Finschi. Wie sie korrekt festhalten, realisiert die Firma energie 360° ohne Zuschuss von Steuergelder ein Wärmenetz für unsere Nachbargemeinden, welches schlussendlich bis zum Siedlungsrand von Schwerzenbach reichen wird. Gemäss dem Anschlusszeitplan der Gemeinde Schwerzenbach werden die Wohnquartiere an der Hermikonstrasse im Herbst 2029 mit Fernwärme versorgt werden können. Von dort sind es dann noch lediglich 500 m zum bereits teilweise bestehenden Fernwärmenetz der Gemeinde Fällanden, welche allenfalls ebenfalls noch durch die Firma energie 360° erstellt worden wären. Um zukünftig die 70 MW Abwärme loszuwerden, wird das Fernwärmenetz sich sogar bis ins rund 5 km entfernte Effretikon erstrecken.
Ich empfinde es deshalb als unfaire Unterstellung ihrerseits, dass ich mit der blossen Erwähnung, dass Fällanden lediglich in 2 km Distanz zum zukünftigen Rechenzentrum liegt, für einen Bau einer direkte Anschlussverbindung an die Heizzentrale bei der Milandia auf Kosten der Gemeinde Fällanden plädieren würde, womit sie etwas suggerieren, was nicht stimmt.
Ich bin ihnen aber dankbar für die Klarstellung, dass mit einem «Ja» zur Ausgliederung der Werke die Option Fernwärme aus dem Rechenzentrum auf absehbare Zeit dann komplett vom Tisch ist. Es ist also nicht anzunehmen, dass der zukünftige Verwaltungsrat der Werke Fällanden AG noch irgendwelche Kooperationsformen noch Verbundmöglichkeiten mit dem Netz von energie 360° prüfen möchte. Das ist schade, da man das deutlich wärmere Wasser auch dem benachbarten Fernwärmnetz auch nutzen könnte, um allenfalls die aus der ARA anfallende Abwärme ökologischer und kostengünstiger auf die notwendige Betriebstemperatur zu bringen als mit den bisher vorgesehenen elektrisch betriebenen Wärmepumpen. Systeme müssen ja nicht gegeneinander ausgespielt werden, wenn man sie auch kombinieren könnte. Das selbe gilt übrigen auch mit Meinungen; werden diese offen und fair ausgetauscht entsteht ein konstruktiver Diskurs. Stichwort: Fair miteinander reden!
Der anonyme Schreiber, der mit der ziemlich seltsamen Bezeichnung «KAW-Komitee Auslagerung Werke (Fällanden)» unterschreibt, behauptet in seiner «Gegendarstellung» zu meinem inside-Artikel dies: «Der zitierte Satz «Die demokratische Mitwirkung der Stimmberechtigten entfällt» bezieht sich ausschliesslich auf Detailentscheide der laufenden Geschäftsführung – nicht auf Grundsatzentscheide.» Ich empfehle dem anonymen Schreiber, die Seite 6 des Beleuchtenden Berichtes des Gemeinderates nochmals sorgfältig zu lesen. Es heisst dort Folgendes: «Bei einer Ausgliederung werden Budget- und Investitionsentscheide in den Bereichen Elektrizität, Wasser und Wärme nicht mehr durch die Gemeindeversammlung oder durch eine Urnenabstimmung genehmigt. Die demokratische Mitwirkung der Stimmberechtigten entfällt.» Es ist wohl einleuchtend, dass «Budget- und Investitionsentscheide» als grundsätzliche Weichenstellungen und nicht einfach als «Detailentscheide» der «Geschäftsführung» einzustufen sind.
Im übrigen scheint der anonyme Verfasser nicht zu verstehen, dass durch die Ausgliederung der Werke drei Führungsebenen entstehen: die politische (Gemeinderat), die davon getrennte strategische (Verwaltungsrat) und die operative (Geschäftsführung). Was der Unterschied zwischen «politischer» und «strategischer» Führung bedeutet, wird auf Seite 21 des Beleuchtenden Berichtes ausführlich erklärt.
Danke an alle Befürworter der Ausgliederung der Gemeindewerke:
Was für ein schöner Tag, was für ein gutes Resultat: 55.17% Zustimmung bei einer Stimmbeteiligung von 51.69% für die Ausgliederung der Gemeindewerke. Trotz Desinformationen, Behauptungen und teilweise auch persönlichen Angriffen der Gegnerschaft hat der Souverän eine starkes JA eingelegt. Es ist ein Sieg der Demokratie und vor allem ein Sieg der Vernunft.
Die Zukunft wird zeigen, dass der Entscheid richtig ist. Dennoch sollten die Bedenken und Ängste der mit Nein Stimmenden ernst genommen werden und diese Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Umsetzungsprozess angehört werden. Es ist jetzt auch an der Zeit, aufeinander zuzugehen und gemeinsam die Herausforderung anzupacken, für die sich der Souverän entschieden hat.