von Mario Solis, Pfaffhausen
Am Sonntag, 14. Juni 2026, hat Fällanden der Neuorganisation der kommunalen Werke für Elektrizität, Wasser und Wärme zugestimmt. Die Vorlage wurde mit gut 55% Ja-Stimmen bei einer Stimmbeteiligung von fast 52% angenommen. In absoluten Zahlen: 1’575 Ja-Stimmen und 1’280 Nein-Stimmen.

Eine Mehrheit hat der neuen Struktur zugestimmt. Sie soll die Werke bei wichtiger Infrastruktur handlungsfähiger machen. Gleichzeitig sind 1’280 Nein-Stimmen ein deutliches Signal. Viele Menschen in Fällanden werden genau hinschauen, wie diese Struktur umgesetzt wird. Bei der Grundversorgung ist das angemessen.
Elektrizität, Wasser und Wärme sind keine gewöhnlichen Verwaltungsfragen. Es geht um Infrastruktur, Versorgungssicherheit, Investitionen und Planung. Eine autonomere Organisation kann helfen: schneller planen, gezielter investieren, besser auf neue Anforderungen reagieren.
Wenn Entscheidungen künftig weniger direkt sichtbar sind, müssen Aufsicht und Berichterstattung umso klarer werden. Dazu gehören eine verbindliche Eigentümerstrategie, regelmässige Informationen zu Investitionen, Kostenentwicklung, Risiken und Zielerreichung, eine nachvollziehbare Finanzplanung und eine aktive Rolle des Gemeinderats als Eigentümervertreter.
Direkte Demokratie endet nicht am Abstimmungssonntag. Wer gewonnen hat, trägt Verantwortung. Wer Nein gestimmt hat, bleibt Teil der politischen Kontrolle.
Auch der Blick auf die eidgenössische Abstimmung ist interessant. Die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» wurde schweizweit abgelehnt. Auch Fällanden sagte Nein. Daraus entsteht kein einfacher Gesamtauftrag. Sichtbar wurde aber, dass Fragen rund um Infrastruktur, Raum, Mobilität und Lebensqualität im Abstimmungskampf eine wichtige Rolle spielten, während eine starre Bevölkerungsgrenze keine Mehrheit fand.
Das Ja zur Neuorganisation der Gemeindewerke ist ein Ja zu moderneren Instrumenten. Jetzt muss die Gemeinde zeigen, dass die politische Verantwortung sichtbar bleibt.
Die Qualität der neuen Struktur wird sich nicht an der Rechtsform messen lassen, sondern an der Umsetzung: verständliche Jahresberichte, transparente Budget- und Investitionsplanung, klare Darstellung der Kostenentwicklung, offene Kommunikation über Risiken und regelmässige politische Standortbestimmung.
Wer Nein gestimmt hat, muss sehen, dass seine Bedenken ernst genommen werden.
Jetzt zählt die Umsetzung.

Lieber Herr Solis, lieber Mario
Besten Dank für deinen treffenden Beitrag. Der Souverän hat entschieden. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den kritischen Stimmen die Hand zu reichen und deren Bedenken ernst zu nehmen. Gemeinsam und mit gutem Willen wird die Transformation gelingen.