von Timothy Brian Passanah, Benglen
Einerseits kann ich seit geraumer Zeit und in gehäufter Frequenz im Glattaler und in Inside Fällanden von und über die Schulpflege und deren Betrachtungen, Ideen, Meinungen etc. lesen. Meist liest es sich künstlich und intelligent und sehr schön getextet. Es ist richtig gut ausformuliert was diese Behörde und die Schulleitung für hehre Ziele, gute Vorsätze, neue einheitliche Regeln, Organisationsstatuten, Verantwortlichkeiten und Aktivitäten haben und einführen, umsetzen und durchsetzen wollen. Ich frage mich, wie sieht es im schulischen und freizeitlichen Alltag aus? Zeigen all diese Vorhaben Früchte? Oder sind es nur gutgemeinte Absichten und zahnlose Papiertiger? Wie und wenn überhaupt werden die Ergebnisse überprüft und gewertet?

Anderseits muss ich mit grossem Bedauern immer wieder von Vandalenakten (siehe Berichte in «Inside Fällanden» im Zeitraum von 2022 bis 2024), Sachbeschädigungen, Schmierereien und jetzt auch noch vom Ende von Mme. Frigo lesen.
Da frage ich mich, ob die Schulpflege und Schulleitung sich nicht wieder vermehrt konkreter und verbindlicher auf schulische Basistugenden (Mathematik, Sprachen, Geschichte und allgemeine Bildung) sowie auf soziale und ethische Werte (Respekt, Anstand, Ordnung und Reinlichkeit, Ethik sowie gute Sitten etc.) fokussieren, diese fördern und klar messbare Leistungen und Engagement bei den Schülern einfordern sollten. Wohlwissend, dass solche Tugenden und Werte bereits im Elternhaus und in der Familie vorgelebt und verlangt werden sollten; was offensichtlich immer weniger der Fall ist. Leider verliert das Zitat von Jeremias Gotthelf: «Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland» immer mehr an Realität und gewinnt immer mehr an Bedeutungslosigkeit. Auch frage ich mich des Öfteren wie nehmen die Schulpflege, Schulleitung, Jugendarbeiter und die Lehrerschaft (welche meines Wissens u. a. auch Eltern von schulpflichtigen Kindern und jungen Erwachsenen sind) direkten Einfluss auf ihre Betreuten, um solche Ereignisse zu verhindern oder um die Schadensregulierung zu initiieren? Wie werden Missetaten geahndet? Wer übernimmt die oft gelobte und erwähnte Verantwortung? Welche präventiven Massnahmen haben die Schulpflege und Schulleitung getroffen und umgesetzt? Wie werden die Ergebnisse der Präventionsmassnahmen gemessen und ausgewertet?
Ich bin der Meinung – unsere Schule sollte sich klar verpflichtet fühlen, ihren «Kunden» (den kleinen und grossen Schülern) das geistige, manuelle und soziale Rüstzeug für Kopf, Hand und Herz zu vermitteln, um sie derart zu befähigen, dass sie als mündige Bürger mit gesundem Menschenverstand, offenem Blick und mit moralischen Attitüden in der Berufs-, Wirtschafts- und Gesellschaftswelt bestehen und aktiv daran teilnehmen können.
Für alle Lehrer, die tagtäglich engagiert vor der Schülerfront stehen wünsche und hoffe ich, dass sie bei der Ausführung ihrer Kernkompetenzen und dem Vermitteln von ethischen Werten auch wirklich tatkräftig, nachhaltig und aktiv motivierend von der Schulleitung und der Schulpflege unterstützt werden.
Vielleicht verdeutlichen folgende Zeilen vom Altdorfer Professor und Altrektor Franz Nager (1850 – 1910) zu einer jüngeren Zuhörerschaft meine Gedanken:
«Gute Schulkenntnisse sind ein geistiges Kapital; ihr braucht sie im praktischen Leben, in eurem Beruf, als Bürger des engeren und weiteren Vaterlandes. Wie übel ist in unserer Zeit derjenige bestellt, der nicht ordentlich lesen, schreiben und rechnen kann, sondern hierin von anderen abhängig ist! Und wie soll man seine Pflichten mit Verständnis erfüllen, wie von seinen Rechten einen nützlichen Gebrauch machen, wenn richtige Begriffe darüber fehlen?»
Vielleicht hilft es auch, wieder einmal einen Blick in die zeitgenössische und aktuelle Bücherreihe rund um die Themenfelder „Menschenführung“ von Prof. Dr. Rudolf Steiger zu werfen.
