«Strategiepapier Sternenkreisel»

Auf 101 Seiten (können auf «Inside Fällanden» heruntergeladen werden) behandelt der Fällander Gemeinderat die sich seit Jahrzehnten verschlimmernde Verkehrsmisere am Sternenkreisel mit folgendem Fazit:

Quelle: Gemeinde Fällanden

«Die oben aufgeführten Ziele und Massnahmen basieren auf dem kommunalen Gesamtverkehrskonzept und dem kommunalen Richtplan Verkehr. Darin sind diese Ziele und Massnahmen auch bereits aufgeführt, im Wissen darum das es sich bei den beschriebenen vier Hauptverkehrsträgern, die in den Sternenkreisel münden, um kantonale Strassen handelt. Die Umsetzung dieser beschriebenen Massnahmen können daher nur in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Baudirektion erfolgen, die primär für diese Strassen zuständig sind. Mit diesem Strategiepapier soll es jedoch möglich sein die Interessen der Gemeinde Fällanden besser beim Kanton zu vertreten».

«….Darin sind diese Ziele und Massnahmen auch bereits aufgeführt, …»

Weshalb braucht es dann noch dieses «Strategiepapier», das nicht für die geringste Reduktion der Verkehrsbelastung am Sternenkreisel sorgen kann? Kein Wunder, braucht es laufend Springer auf der Gemeindeverwaltung.

«….ist der Anteil an Durchgangsverkehr überdurchschnittlich hoch.»

Trotzdem träumt der Gemeinderat davon, «das Verkehrswachstum möglichst auf ressourceneffiziente Verkehrsarten wie OeV, Fuss- und Veloverkehr zu lenken.»

«Um Siedlungen vom Durchgangsverkehr zu entlasten, gilt es, den MIV auf übergeordneten Strassen zu kanalisieren…»

Das ist im Zusammenhang mit dem Sternenkreisel schon höherer Blödsinn!

Der Kanton rechnet in den nächsten ca. 15 Jahren mit einer Verkehrszunahme von bis zu 15 % . Der Kreisel ist aber bereits heute schon «überlastet». Folglich nimmt der Verkehr gemäss Gemeinderat am Kreisel gar nicht zu!

Das soll für den Moment reichen. So geht der Inhalt des «Strategiepapiers» fröhlich weiter.

Etwas ist aber noch erwähnenswert:

«Prüfen Kreiselzufahrtaufweitung seitens Dübendorfstrasse für bessere Befahrbarkeit und daher Engpassbeseitigung mit BGK Dübendorfstrasse im Bereich Altes Schulhaus sowie der Liegenschaft Dübendorfstrasse 2 und 8.»

Hier wird es besonders spannend: eine signifikante «Kreiselzufahrtaufweitung» kann wohl nur den Abbruch des Alten Schulhauses bedeuten! Wir erinnern uns: das Gebäude bzw. die heisse Kartoffel wurde vor einiger Zeit von der ev.-ref. Kirchgemeinde an die Politische Gemeinde abgegeben, nachdem der Kanton es auf Abbruch kaufen wollte. Die «Aufweitung» ist längst fertig geplant:

BGK Dübendorfstrasse = Betriebs- und Gestaltungskonzept
MIV = Motorisierter Individualverkehr

(Ich gebe alle Zitate unverändert weiter, da ich mir nicht anmasse, die Schreibfehler im behördlich redigierten Dokument zu korrigieren).

Diese jahrelangen, teuren und weitgehend nutz-, hilf- und mutlosen Kapriolen des Gemeinderates grenzen an Realitätsverlust.

Am 18. März 2026 konnte die Gemeindeversammlung über eine Einzelinitiative abstimmen betreffend den Auftrag an die Gemeinde, beim Kanton für die Wiederaufnahme einer Umfahrung von Fällanden vorstellig zu werden. Natürlich war der Gemeinderat dagegen und verfasste dazu ein zurechtgezimmertes Faktenblatt.

Rein zufällig wurden für diese Gemeindeversammlung erstmals per Sonderbus Stimmbürger von Benglen und Pfaffhausen zum Versammlungslokal gekarrt. Die Initiative wurde mit 24 Neinstimmen mehr als Ja abgelehnt.

Viele Millionen Franken werden sinnlos in bauliche Massnahmen investiert, die nur geringen Nutzen bringen, der in keinem Verhältnis steht zum eingesetzten Geld.

Man kann es drehen und wenden wie man will: ohne eine Umfahrung von Fällanden kann die Verkehrsflut nicht bewältigt werden. Viele Aargauer Gemeinden machen es vor, wie z. B. Bad Zurzach. Der dortige Ortskern hat diese Aufwertung erfahren, von der in Fällanden nur endlos geredet wird.

Zum Glück ist wenigstens die Zürcher FDP für flüssigen Verkehr:

Eine Antwort auf „«Strategiepapier Sternenkreisel»“

  1. Ich bin gespannt, wenn uns der Gemeinderat mitteilt, dass es unumgänglich ist, dass das «Alte Schulhaus» weichen muss. In der letzten Legislatur wurde der Verkauf noch ausgeschlossen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert