Naturfrevel einer ignoranten Spaziergängerin

von Thomas Pletscher, Benglen

Auf unserem Abendspaziergang haben wir am Sonntagabend eine ältere Spaziergängerin gesehen, welche wild Efeu von den Bäumen am Wegrand riss. Wir haben sie zur Rede gestellt und ihr versucht klarzumachen, dass dies ein Naturfrevel ist, abgesehen davon, dass sie sich an fremdem Eigentum, nämlich den Bäumen des Waldeigentümers vergriff.

Einer sachlichen Diskussion verweigerte sie sich und zeigte sich auch nicht bereit, sich über die Funktion von Efeu in der Natur und den Folgen ihres Handelns zu informieren.

Um es klarzustellen, Efeu ist für die Natur wichtig und schadet den Bäumen nicht: 

  • Efeu ist kein Schmarotzer: Efeu dringt nicht mit Wurzeln in das Holz ein und entzieht dem Baum weder Wasser noch Nährstoffe
  • Efeu ist keine Würgepflanze: Efeu umschlingt den Stamm nicht so fest, dass er die Saftströme des Baumes abschnürt; er klettert senkrecht nach oben. Der Baum dient als Stützhilfe.
  • Da Efeu im Schatten wächst, nimmt er großen Bäumen kaum Licht für die Photosynthese weg
  • Efeu ist für die Bäume Klimaschutz: Das Efeukleid schützt den Baumstamm im Sommer vor starker Hitze und im Winter vor Frostrissen
  • Efeu ist ein wichtiger Lebensraum: Die Blüten und Beeren sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten und Vögel. Efeu blüht spät und hilft damit Vögeln und Insekten, den Winter zu überstehen.

Allerdings sind die Pflanzenteile des Efeus giftig. Der Saft kann Hautreizungen auslösen, und der Verzehr der Beeren ist gefährlich für Mensch und Haustier. 

Wer mehr Informationen sucht, findet sie etwa hier oder hier.

Wer also Efeu einfach von von Bäumen am Wegrand wegreisst, begeht einen Naturfrevel. Wer sich weigert, sich sachlich zu informieren, zeigt Ignoranz.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert