Nimmt der Gemeinderat Fällanden die bevorstehende Stromknappheit ernst und ist er bereit, die CO2-Problematik aktiv zu unterstützen?

von Marcel Wunderli , Meilen

Beides kostet die Gemeinde keinen Rappen!

Hier ein kleines konkretes Beispiel.

Wie würden Sie, liebe LeserInnen von Inside Fällanden antworten?

Anm. Redaktion: Bitte Möglichkeit eines Kommentars am Schluss des Artikels nutzen.

Und was für eine Antwort glauben Sie, wird der Gemeinderat geben?

Anm. Redaktion: Antwort wird zeitgerecht veröffentlicht, sobald sie vorliegt.

Brief an den Gemeinderat Fällanden vom 16. Juli 2022:

Sehr geehrter Herr Gemeindepräsident
Sehr geehrte Frau Ernst
Sehr geehrte Frau Niederöst
Sehr geehrte Frau Frick
Sehr geehrte Herren Gemeinderäte

Fällanden hat ihr erstes stromautonomes und CO2-neutral geheiztes Haus! Darüber müsste sich der Gemeinderat eigentlich freuen und stolz darauf sein.

Doch leider steht uns da die Baukommission dazwischen, welche ihre unverständliche subjektive Forderung nach einer Vertikalverschalung des Rundholzblockhauses durchsetzen will.

Wie die Gemeinde Fällanden auch – und staatlich, als auch privat mehrheitlich üblich – können nicht stets alle Investitionen gleichzeitig getätigt werden, weil hierzu das Geld fehlt.

So auch bei der Kinderkrippe Pippis Blockhus in Pfaffhausen, wo wir die rund CHF 15‘000.- in Fotovoltaik Ziegel investieren wollten zur Strom mässigen Autonomie der Kinderkrippe, inkl. Stromversorgung des bestehenden Hauses.

Darüber hinaus ist das Haus CO2-neutral mit einer Stückholzheizung geheizt: auch hier gleichzeitig für das bestehende Haus (heute noch Ölheizung). NB: Alle übrigen sog. „erneuerbaren“ Heizsysteme wie z. B. Wärmepumpen brauchen ca. 25% Strom für den „Verdichter“; das wird in den meisten Diskussionen vergessen: woher kommt dieser Strom?

Ganz offenbar hat man in Fällanden die Problematik des knappen Stromes spätestens im Winter noch nicht überall erkannt; sonst würde man uns nicht eine in diesem Zusammenhang geradezu lächerlich zu beurteilende „Lättliverschalung“ aufzwingen.

Da werden täglich auf allen Ebenen der Schweiz Notfallpläne zur Stromsicherung entworfen, teils eingreifende Sparpläne entwickelt, vom Bund 10 Milliarden Kredite für AXPO, BKW, etc. als Kredite für die überteuerte Stromversorgung zur Verfügung gestellt, etc., etc. – und was macht die Baukommission Fällanden: sie hält an dieser Mickerigkeit von kaum sichtbarer Fassadenverkleidung fest. Schauen Sie sich bitte das Rundholzblockhaus in der aktuellen Version an: was kann da stören? Das hübsche Holzhaus ist bereits heute kaum mehr von Aussen sichtbar: die Bepflanzung versteckt die Kinderkrippe heute schon mehr oder weniger vollständig – und wird noch grüner werden!

Dieser Meinung sind auch 103 gesammelte Unterschriften von Passanten, Spaziergängern, Nachbarn, Freunden, Eltern der Kinder, etc. Sie finden im Anhang eine entsprechende PETITION. Sie bittet den Gemeinderat um nichts weniger, als um Aufhebung der Auflage der Vertikalverschalung; mindestens zum jetzigen Zeitpunkt.

Gleicher Auffassung sind auch 1877 Leser von Blick-online in der Umfrage vom 8. Juni 2022. Einige Kommentare dabei sind recht witzig; z. B. dieser hier mit 142 Likes:

Peter Stalder. 08.06.2022, 06:46 Uhr schreibt:
«Ein einzelnes hübsches Häuschen umgeben von hässlichen Bauten. Klar passt das nicht ins Ortsbild.»

Und Silvia Bigler-Huber. 08.06.2022, 11:06 Uhr schreibt:
«Die Finanzen für die unnötige vertikale Holz-Verschalung sollen stattdessen besser in eine PV-Anlage investiert werden. Dann sind die Prioritäten richtig verteilt und dem Umweltschutz die richtige Gewichtung beigemessen.»

Wie steht der Gemeinderat zu folgendem neuen, bisher noch nie diskutierten Kompromissvorschlag von mir als Projektverfasser und Bauleiter:

Zuerst wird in die Fotovoltaik Ziegel investiert und danach in die vertikale Holzverschalung. Der „Lättliverschalung“ kann doch nicht die gleiche zeitliche Priorität beigemessen werden wie der Stromerzeugung!

Über eine positive Antwort würden wir uns freuen verbleiben

mit freundlichen Grüssen

Dr. Marcel Wunderli, Projektverfasser und Bauleiter